Missbrauchsforschung im Auftrag der Deutschen Bischöfe

Kriminologe Christian Pfeiffer stellt Projekt vor

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KÖLN, Mittwoch, 13. Juli 2011 (ZENIT.org). - Die Deutsche Bischofskonferenz will sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche weiter aufklären. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei die Ermittlungen des Kriminologischen Instituts Niedersachsen.

Bei der heutigen Pressekonferenz stellte Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, das Forschungsprojekt vor, wie das Kölner Domradio berichtet.

Es gebe seit 1945 in neun Diözesen eine gründliche Aktenanalyse durch Juristen, Richter und Staatsanwälte, darüber hinaus gründliche Täterinterviews. Weiterhin eine gründliche Erforschung dessen, wie die Opfer behandelt worden seien.

Ziel des Projekts der Bischöfe sei, das eigene Präventionskonzept nochmals zu überprüfen sowie den massiven Vertrauensverlust zu stoppen. In den USA habe sich ein solches Vorgehen, die Forschung unabhängig „ihren Job“ machen zu lassen, als erfolgreich erwiesen.

Im Auftrag der Bundesregierung seien 11.000 Menschen befragt darüber worden, ob sie in ihrer Kindheit und Jugend Opfer von Missbrauch geworden seien. Auch Personalakten von Ordensmitgliedern würden durchgesehen.

Pfeiffer äußerte die Erwartung, die Opfer würden dankbar aufnehmen ernst genommen zu werden. Es sei ein mutiger Schritt der Kirche zu entscheiden, dass im Zuge des Projekts mit allen gesprochen werde, die Kontakt aufnehmen wollten.