"Missionarin der Nächstenliebe: das war Mutter Teresa in Tat und Wahrheit"

Anjeza Gonxhe Bojaxhiu (1910-1997)

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 667 klicks

„Es besteht kein Zweifel, dass die neue Selige ‚eine der größten Missionarinnen des 20. Jahrhunderts‘ gewesen ist. Aus dieser einfachen Frau, die aus einer der ärmsten Gegenden Europas stammte, machte der Herr ein auserwähltes Werkzeug (vgl. Apg 9,15), um der ganzen Welt das Evangelium zu verkündigen – nicht durch Predigttätigkeit, sondern durch alltägliche Gesten der Liebe gegenüber den Ärmsten. Missionarin mit einer allgemein verständlichen Sprache, nämlich jener der grenzenlosen Liebe, die niemanden ausschließt und niemanden bevorzugt, es sei denn die Verlassensten“, wie der selige Johannes Paul II. Mutter Teresa während seiner Ansprache 2003 beschrieb. 

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 in Skopje, einer Stadt in Mazedonien, geboren und auf den Namen Gonxha Agnes getauft. Mutter Teresa und ihre Geschwister besuchten die jesuitische Gemeinde vor Ort. Schon in jungen Jahren verspürte Mutter Teresa tiefen Glauben. Mit 18 Jahren entschloss sie sich deshalb, als Missionarin zu arbeiten. Sie verließ im September 1928 ihr Elternhaus und trat in das „Institut der Seligen Jungfrau Maria“ bei den Loreto-Schwestern in Irland ein. Hier erhielt sie den Namen Schwester Mary Teresa.

Kurz darauf, im Dezember, reiste Mutter Teresa nach Indien. Am 6. Januar 1929 kam sie in Kalkutta an. Hier unterrichtete sie an einer Mädchenschule unterrichtete. 1944 wurde sie auch Direktorin dieses Instituts. Einige Jahre nach ihrer Ankunft in Kalkutta hatte sie am 24. Mai 1937, im Alter von 27 Jahren, das Gelübde abgelegt. Von diesem Tag an wurde sie „Mutter Teresa“ genannt.

Als Mutter Teresa zur alljährlichen Einkehr aufgebrochen war und im Zug von Kalkutta nach Darjeeling saß, hatte sie eine Vision, die sie in den nächsten Wochen und Monaten nicht mehr loslassen sollte. Mutter Teresa fühlte sich von Jesus dazu berufen, eine religiöse Gemeinschaft zu gründen und den Armen zu dienen. Es vergingen noch zwei Jahre, bis Mutter Teresa endlich am 17. August 1948 den Konvent hinter sich ließ, um sich ganz den Armen, Kranken und Bedürftigen zu widmen.

„Ich bin dieser mutigen Frau, deren Nähe ich immer gespürt habe, persönlich dankbar. Als ‚Ikone des barmherzigen Samariters‘ ging sie überall hin, um Christus in den Ärmsten der Armen zu dienen. Nicht einmal Konflikte und Kriege konnten sie aufhalten. Ab und zu kam sie und erzählte mir von ihren Erfahrungen im Dienst an den Werten des Evangeliums. Sie wollte nicht nur die Geringste, sondern die Dienerin der Geringsten sein. Wie eine wahre Mutter der Armen beugte sie sich herab zu allen, die unter verschiedenen Formen von Armut leiden. Ihre Größe bestand in der Fähigkeit, zu geben, ohne die Kosten zu berechnen; zu geben, ‚bis es wehtut‘. Ihr Leben war ein radikales Dasein und eine mutige Verkündigung des Evangeliums. Sie sagte wiederholt, dass die größte Armut darin bestünde, unerwünscht zu sein und niemanden zu haben, der für einen sorgt“, so der selige Johannes Paul II. 1997. 

Am 21. Dezember besuchte Mutter Teresa zum ersten Mal Familien, die in den Vororten Kalkuttas unter ärmlichsten Bedingungen lebten. Am 7. Oktober 1950 gründete Mutter Teresa die Kongregation der „Missionarinnen der Liebe“, die bereits zu Beginn der 60er Jahre in weiten Teilen Indiens tätig war. Der Orden wurde im Februar 1965 durch Papst Paul VI. anerkannt. Darauf folgte die Gründung weiterer Missionshäuser, die sich schließlich auf alle Kontinente und Staaten verteilten.

Mutter Teresa starb am 5. September 1997. Sie wurde mit einem Staatsbegräbnis im Mutterhaus ihres Ordens bestattet. Zum Zeitpunkt ihres Todes zählte die Kongregation 4.000 Schwestern auf 610 Häusern in 123 Ländern.

Unter den zahlreichen Preisen und Ehrungen, die Mutter Teresa für ihre Tätigkeit verliehen wurden, seien 1979 der Friedensnobelpreis und 1992 der UNESCO-Preis für Friedenserziehung erwähnt. 

Mutter Teresa wurde am 19. Oktober 2003, dem Weltmissionssonntag in diesem Jahr, durch den seligen Johannes Paul II. seliggesprochen.

„‚Missionarin der Nächstenliebe‘: das war Mutter Teresa in Tat und Wahrheit. … Sie selbst brachte dies mit folgenden Worten zum Ausdruck: ‚Die Frucht der Stille ist das Gebet; die Frucht des Gebets ist der Glaube; die Frucht des Glaubens ist die Liebe; die Frucht der Liebe ist der Dienst; die Frucht des Dienstes ist der Friede.‘ … Eine Missionarin der Nächstenliebe, eine Missionarin des Friedens, eine Missionarin des Lebens. Mutter Teresa war all dies. … Die Botschaft Mutter Teresas erscheint jedoch heute mehr denn je als eine Einladung, die an alle Menschen gerichtet ist. Ihre ganze Existenz erinnert uns daran, ‚dass Christsein bedeutet, Zeugen der Liebe zu sein.‘ Das ist das Vermächtnis der neuen Seligen“, so der selige Johannes Paul II. im Jahr 2003.

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