Mit dem Herzen auf Jesus hören

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 301 klicks

Einem Christ gelinge es, mit dem Herzen zu unterscheiden, was von Gott komme und was von den falschen Propheten. Der Weg Jesu sei der des Dienstes am Nächsten und der Demut. Alle Christen seien dazu aufgerufen, diesem Weg zu folgen. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. Er bezog sich auf die Worte des Apostels Johannes in der heutigen Lesung ( 1 Joh 3,22-24.4, 1-6): „Bleibt in Gott“. Diese Worte seien ein Rat für das Leben. Der Apostel fordere die Gläubigen auf, die Gedanken und Wünsche auf die Probe zu stellen.

„Wenn Du dem Weg des Herrn folgst, wird alles gut, aber wenn nicht… Stellt die Geister auf die Probe, um zu erkennen, ob sie wirklich von Gott kommen, denn es gibt viele falsche Propheten auf der Welt. Propheten oder Prophezeiungen oder Angebote: ‚Ich habe Lust, das zu tun!‘ Aber das bringt dich nicht zum Herrn, das entfernt dich von ihm. Aus diesem Grund ist es wichtig, wachsam zu sein. Ein Christ ist ein Mann oder eine Frau, die wissen, wie sie über ihr Herz wachen können. Und oft ist unser Herz wie ein Wochenmarkt, mit vielen Dingen die kommen und gehen: alles Mögliche, du findest dort alles Mögliche… Nein! Wir müssen uns prüfen – das kommt vom Herrn und das nicht – um im Herrn zu bleiben.“

Der Vorschlag von Johannes, wie man unterscheiden könne, sei einfach, so der Ponitfex: Jeder, der Jesus Christus und seinen Weg anerkenne, könne erkennen, was von Gott komme und was nicht.

„Was ist der Weg von Jesus Christus: die Erniedrigung, die Demut, die Demütigung. Wenn dich ein Gedanke, ein Wunsch auf diesen Weg der Demut, der Erniedrigung, des Dienstes am Nächsten bringt, dann ist es derjenige Jesu. Aber wenn er dich auf den Weg des Überflusses, der Eitelkeit, des Stolzes, den Weg des abstrakten Gedankens führt, dann ist es nicht derjenige Jesu. Denken wir an die Versuchungen Jesu in der Wüste: Alle drei Angebote des Dämonen wollen Jesus von seinem Weg abbringen, dem Weg des Dienstes, der Demut, der Demütigung, der Barmherzigkeit. Aber Barmherzigkeit aus dem eigenen Leben, nicht wahr? Jesus wiedersteht allen drei Versuchungen: ‚Nein, das ist nicht mein Weg!‘“

Papst Franziskus lud die Gläubigen ein, zu überlegen, was im eigenen Herzen vor sich geht, an was sie denken und fühlen, was sie möchten und über das Herz zu wachen.

„Oft ist unser Herz wie ein Weg, alle gehen dort her… Auf die Probe stellen. Und wähle ich immer das, was von Gott kommt? Weiß ich, was von Gott kommt? Kenne ich das Kriterium, um meine Gedanken zu unterscheiden, meine Wünsche? Denken wir daran, und vergessen wir nicht, dass das Kriterium die Fleischwerdung des Wortes ist. Das Wort ist Fleisch geworden: das ist Jesus Christus. Jesus Christus, der Mensch geworden ist, der sich erniedrigt hat, der sich aus Liebe gedemütigt hat, um uns allen zu dienen. Möge uns der Apostel Johannes die Gnade zuteil werden lassen zu erkennen, was in unserem Herzen geschieht, und die Weisheit zu besitzen, zu unterscheiden, was von Gott kommt und was nicht von Gott kommt.“