Mit Eifer und Demut gelingt der Dienst für Gott und die Menschen: Papst Benedikt XVI. mit 3.000 Gläubigen im Freisinger Dom

Begegnung mit Priestern und Diakonen der Erzdiözese München und Freising

| 680 klicks

FREISING, 14. September 2006 (ZENIT.org).- Mit dem leidenschaftlichen Aufruf, aus der Erfahrung des Herzens und des Gebets Zeugen Christi zu sein, gab der Heilige Vater heute Vormittag im Freisinger Mariendom zum Abschluss seiner sechstägigen Pastoralreise ein starkes Signal für die "Berufungspastoral".



Sie bestehe vor allem in einem aufrüttelnden Gebet ans Herz Gottes, weil sich Berufungen – wie Benedikt XVI. in einer völlig frei formulierten Ansprache unterstrich – mit "keiner Marketingstrategie rekrutieren lassen". Nur im Verein von "Eifer und Demut", so unterstrich er vor 3.000 Vertretern von Staat und Kirche auf dem Domberg, könne der Priester heute seinen Dienst tun, ohne ausgebrannt zu werden.

Gelbweiße Fahnen wehten Papst Benedikt entgegen, als er heute seine Bayernreise an jenem Ort beendete, wo er vor 55 Jahren zum Priester geweiht worden war. Freising, der Marienplatz, der Domberg – das war seine letzte Etappe, ehe er sich um 12.45 Uhr mit dem Flugzeug nach Rom aufmachte.

Ein gelöster und froher Bischof von Rom traf gegen 10.45 Uhr im Innenhof ein, der von Menschen gesäumt war. Der Papst kam in Beleitung seines Bruders Georg, mit dem er zusammen im Jahr 1951 zum Priester geweiht worden war. Der Freisinger Bürgermeister, Vertreter der katholischen Jugendverbände und die Mitarbeiter der auf dem Domberg beheimateten Einrichtungen wie Renovabis hießen ihn willkommen. Benedikt XVI. begrüßte in der gedrängten Zeit in großer Ruhe viele alte Freunde und Bekannte.

Am Eingang des Domes trug er sich in das Buch der Stadt ein. Rund 3.000 Gäste hatten sich in den Freisinger Mariendom gedrängt, um diesem letzten Wortgottesdienst mit dem Heiligen Vater in Bayern beizuwohnen.

Kurz nach 11.00 Uhr betrat Papst Benedikt den Dom, wo er von Friedrich Kardinal Wetter mit "großer Freude und mit Dankbarkeit" begrüßt wurde. Besonders bedankte sich der Kardinal dafür, dass sein früherer Vorgänger auf dem Stuhl des heiligen Korbinian allen "einen Gott mit menschlichem Antlitz" zeige.

Benedikt XVI. erklärte zu Beginn seiner Ausführungen, dass man seine Predigtvorlage garantiert anderswo lesen könne, um in freier Rede in besonderer Weise die beiden Pole einer erfüllenden Nachfolge und die Grundlagen für ein gelingendes Priestertum mitten in den Herausforderung der heutigen Zeit darzulegen. Auch wenn "die Lasten des Priesters" schwerer geworden seien, könne derjenige, der dem Vorbild Jesus folge, bei ihm sei und in ihm "den Schatz entdeckt", diesen Weg auch "mit Eifer und Demut" in Freude gehen. In Bezug auf seinen eigenen Dienst als Nachfolger des Apostels Petrus sagte er: Wer die eigenen Grenzen anerkenne und sich auf Mitarbeiter zu stützen wisse, der könne Gott eifrig dienen.

Immer wieder betonte der Heilige Vater die Notwendigkeit der Innerlichkeit, die Notwendigkeit, die "Eucharistiefeier von innen her zu erleben", damit sie niemals nur zur Pflicht werde. Mit den beiden Schlagworten "Dienst und Innerlichkeit" fasste Benedikt XVI. dann die beiden Pole einer erfüllenden Christus-Nachfolge zusammen.