Mit Freude voranschreiten

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 288 klicks

In der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, ein Christ solle nie stillstehen, sondern immer über die Schwierigkeiten hinausgehen. Der Pontifex setzte sich in seinen Überlegungen mit der Identität des Jüngers auseinander und bezog sich dabei auf die Heiligen des Tages, den heiligen Cyrill und den heiligen Methodius. Das Evangelium müsse mit Freude verkündet werden und nicht klagend, denn damit tue man dem Herrn keinen Gefallen. Ein Christ sei ein Gesandter. Der Herr entsende seine Jünger und erwarte von ihnen, dass sie voranschreiten.

„Ein stillstehender Christ ist undenkbar: Ein Christ, der stehen bleibt, ist krank, in seiner Identität als Christ, er hat eine Krankheit in seiner Identität. Der Christ ist ein Jünger, um zu gehen, zu laufen. Der Herr sagt: ‚Geht in die ganze Welt hinaus und verkündet das Evangelium‘. Geht. Lauft. Da: Ein erstes Verhalten der christlichen Identität ist das Gehen, und man muss weitergehen, auch wenn es Schwierigkeiten gibt; über die Schwierigkeiten hinausgehen.“

Ein weiterer Aspekt der christlichen Identität bestehe darin, dass der Christ immer ein Lamm bleiben müsse und nicht zu einem Wolf werden dürfe.

„Wie Lämmer… keine Wölfe werden… Denn manchmal lässt uns die Versuchung denken: ‚Das ist schwierig, diese Wölfe sind schlau, und ich werde schlauer sein als sie, oder? Lamm. Nicht dumm, aber ein Lamm. Ein Lamm. Mit christlicher List, aber immer ein Lamm. Denn du bist ein Lamm, und er verteidigt dich. Aber wenn du dich stark wie ein Wolf fühlst, verteidigt er dich nicht, er lässt dich allein, und die Wölfe fressen dich roh.“

Der dritte Aspekt der christlichen Identität sei derjenige des Stils der Freude. Christen seien Menschen die frohlocken, da sie den Herrn kennen und ihn in sich tragen. Ohne Freude könne man nicht vorwärts gehen, denn die Freude Christi, die alles immer verzeiht und hilft, sei immer mit uns. Das Evangelium müsse weitergehen, getragen von den Lämmern, die der Herr, der in Freude geht, gesandt habe.

„Diese Christen, die langsam-lamentierend gehen, die sich in ihrem Leben immer beklagen, über alles, traurig, tun weder dem Herrn noch der Kirche einen Gefallen. Das ist nicht der Stil eines Jüngers. Der heilige Augustinus sagt zu den Christen: ‚Geh, geh weiter, singe und geh!‘ Mit Freude: Das ist der Stil eines Christen. Das Evangelium mit Freude verkünden. Und der Herr macht alles. Zu viel Traurigkeit hingegen, diese viele Traurigkeit, auch die Bitterkeit, führen zu einem sogenannten Christentum ohne Christus: Das Kreuz leert die Christen, die weinend vor dem Grab stehen, wie Magdalena, aber ohne Freude, den Auferstandenen gefunden zu haben.“

Abschließend sagte Papst Franziskus:

„Durch die Fürsprache der beiden heiligen Brüder, Patrone Europas, möge der Herr uns die Gnade geben, wie Christen zu leben, die wie Lämmer und mit Freude voranschreiten.“