"Mit Maria wollen wir im Gespräch mit dem Herrn bleiben": 60.000 Gläubige beim Papst-Gottesdienst in Altötting

| 566 klicks

ALTÖTTING, 11. September 2006 (ZENIT.org).- Im bedeutendsten deutschen Wallfahrtsort feierte Papst Benedikt XVI. am Montagvormittag unter strahlend blauem Himmel eine festliche Heilige Messe, an der rund 60.000 Gläubigen teilnahmen.



Schon mit seinen Begrüßungsworten lenkte der Heilige Vater den Blick der Anwesenden auf die Jungfrau Maria, die uns "zu Hause" sein lasse. In seiner Predigt betrachtete Benedikt XVI. dann die Szene von der Hochzeit in Kana, wo Jesus auf die Bitte seiner Mutter hin Wasser in Wein verwandelt.

Maria verstehe es, den Herrn wirken zu lassen, betonte der Papst: "Gott groß machen, das heißt ihm Raum geben in der Welt, im eigenen Leben, ihn einlassen in unsere Zeit und in unser Tun – dies ist das tiefste Wesen des rechten Betens." Wo Gott groß werde, "da wird der Mensch nicht klein: Da wird auch der Mensch groß, und die Welt wird hell".

Benedikt XVI. beschrieb die Jungfrau Maria als gütige und hilfsbereite Frau von "mütterlicher Wachheit". Dazu käme aber noch ein Aspekt, der leicht übersehen werde: "Maria überlässt alles dem Herrn… Das ist ihre bleibende Grundhaltung. So lehrt sie uns beten."

Nicht auf die Durchsetzung unseres Willens und unserer Wünsche käme es an – "so wichtig sie uns auch sind, so einsichtig sie uns sind" –, sondern es gehe darum, "ihm [Gott] zu überlassen, was er tun wird".

Dieses uneingeschränkte Ja zum Willen Gottes macht nach Papst Benedikt XVI. die tiefe Einheit von Mutter und Sohn aus. Was Maria und Jesus "im Tiefsten miteinander zu tun haben, ist dieses zweifache Ja, in dessen Zusammenfallen die Menschwerdung geschah".

Abschließend erinnerte der Nachfolger des Apostels Petrus an die Realpräsenz Jesu Christi in der Eucharistie, durch die der Herr auf die Fürbitte seiner Mutter und auf die Fürbitte der Kirche hin immerfort seine "endgültige Stunde", seine Wiederkunft, vorwegnehme.

"So wollen wir uns von Maria, der Gnadenmutter von Altötting, von der Mutter aller Glaubenden auf die Stunde Jesu zuführen lassen. Bitten wir ihn, dass er uns schenkt, ihn immmer mehr zu erkennen und zu verstehen."

Nach dem Gottesdienst wird Benedikt XVI. in Prozession zur neuen Anbetungskapelle ziehen und diese segnen. Am Nachmittag fährt er im Papamobil zur Basilika Sankt Anna, wo er gegen 17.00 Uhr mit Ordensleuten und Priesteramtskandidaten aus Bayern einen Vesper-Gottesdienst feiern wird.