Mit Mut und Beharrlichkeit beten, um das Herz Gottes zu berühren

Die Worte des Papstes in der heutigen Messe in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 486 klicks

Wir müssten wie Abraham zum Herrn mit Mut und Beharrlichkeit beten, es gehe nicht darum, etwas auszuhandeln oder inopportun zu werden. Der Papst zelebrierte die Messe gemeinsam mit Kardinal Kurt Koch und Monsignor Brian Farrell. Ebenso nahm an der Messe eine Gruppe von Priestern und Mitarbeitern des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen teil.

Abraham spreche mit Mut und Beharrlichkeit zum Herrn, um Sodom vor der Zerstörung zu bewahren. Die heutige Predigt des Papstes basiert auf der Lesung nach Genesis 18,16-33. Er sagte, Abraham sei ein Mann, der mit Mut bete. Abraham fühle die Kraft, mit dem Herrn von Angesicht zu Angesicht zu sprechen, und versuche, die Stadt zu verteidigen. Er mache dies ebenso mit Beharrlichkeit. In der Bibel könne man sehen, dass das Gebet „mutig“ sein solle: 

„Wenn wir von Mut sprechen, denken wir immer an einen apostolischen Mut, das Evangelium predigen, diese Dinge … Aber ist gibt auch den Mut vor dem Herrn: mutig vor den Herrn zu treten und um ein Anliegen zu bitten. Das lässt einen schmunzeln, denn Abraham spricht mit dem Herrn auf eine spezielle Weise, mit diesem Mut, bei dem man nicht weiß, ob er vor einem Menschen oder vor einem ‘phönizischen Gewerbe’ verhandelt, da er um den Preis feilscht … Er insistiert: Es gelingt ihm, den Preis von von fünfzig auf zehn herunter zu handeln. Er wusste, dass dies nicht möglich war. Es gab nur einen Neffen, einen Cousin … Aber mit diesem Mut, mit dieser Beharrlichkeit, fuhr er fort.“

Es komme vor, so der Papst, dass man zum Herrn gehe, um etwas für eine andere Person zu erbitten, jedoch sei dies kein Gebet. Wenn man wolle, dass der Herr Gnade erteile, müsse man mutig zu ihm gehen und das machen, was Abraham getan habe, mit derselben Beharrlichkeit. Dies habe uns Jesus gelehrt. Beharrlichkeit, auch wenn es uns ermüde, aber dies sei die Charakteristik des Gebetes. Damit unterstrich der Papst die Argumentation, die Abraham in seinem Gebet gebrauche: Er nehme die Argumente und die Motivation vom Herzen Jesu.

„Den Herrn mit den Tugenden des Herrn überzeugen! Das ist richtig! Die Ausführungen Abrahams berühren das Herz des Herrn, und genau dies lehrt uns Jesus: Der Herr weiß alles. Der Herr – macht euch keine Sorgen – lässt den Regen auf die Gerechten und die Sünder fallen, lässt die Sonne auf die Gerechten und die Sünder scheinen. Mit dieser Argumentation kommt Abraham voran. Beten und den Herrn lobpreisen für die schönen Dinge, die er hat, und ihm sagen, dass er diese an uns weitergeben möge. Und wenn er so barmherzig ist, so gut, dann soll er uns helfen!“

Papst Franziskus führte fort, er wünsche sich, dass wir heute alle die Bibel für fünf Minuten zur Hand nähmen und langsam den Psalm 102 läsen:

„ ‚Lobe den Herrn meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er die Gutes getan hat: der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt,…‘ Mit diesem Text werden wir lernen, was wir dem Herrn sagen müssen, wenn wir ihn um Gnade bitten. ‚Du, der du barmherzig bist, du, der verzeiht, lasse mir diese Gnade zu Teil kommen.‘: So, wie Abraham es getan hat, wie es Moses getan hat. Gehen wir weiter im Gebet, mutig, und mit diesen Argumenten, die vom Herzen Gottes kommen.“