"Miteinander für Europa" mit Preis der Europäiischen St. Ulrichs-Stiftung ausgezeichnet

Interreligiöser Dialog, Freundschaft und Versöhnung

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 320 klicks

Das internationale ökumenische Netzwerk „Miteinander für Europa“ wurde am 3. Mai 2014 mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis der Europäischen St.-Ulrichs-Stiftung in Dillingen ausgezeichnet.

„Miteinander für Europa“ wurde 1999 gegründet und vereint europaweit rund 300 christliche Bewegungen in 22 Ländern. Ziel des Netzwerks sind Versöhnung und Freundschaft der Völker in Europa und der interreligiöse Dialog. Dem Netzwerk gehören katholische, evangelisch-lutherische und evangelisch-reformierte, orthodoxe, anglikanische und freikirchliche Christen an.

Der Präfekt der Ordenskongregation, Joao Kardinal Bráz de Aviz, der zur Preisverleihung aus Rom angereist war, bezeichnete das Netzwerk „Miteinander für Europa“ „als eine der nachhaltigsten Antworten auf die Suche der Menschen in Europa nach Sinn und nach Gott“, das „hoffnungsvolle Zugänge zu dem noch Trennenden eröffnet“.

Leo Schrell, Landrat in Dillingen und Stiftungsvorsitzender der St.-Ulrichs-Stiftung, betonte den wichtigen Beitrag, den der Preisträger zu Verständigung und Verstehen über Landesgrenzen hinaus geleistet habe: „Ich bin mehr als zufrieden! Wir haben einen tollen Preisträger: Die Ziele von 'Miteinander für Europa' decken sich zu 100% mit den Zielen der Europäischen St. Ulrichsstiftung. Es ist deutlich geworden, wie wichtig ein gemeinsames Europa in christlich-abendländischer Tradition für uns Menschen ist. Ich erhoffe mir, dass dadurch Toleranz gestärkt wird und ein gutes Miteinander entstehen kann – im Landkreis Dillingen aber natürlich auch darüber hinaus!“

Der Preis komme jungen Menschen vor allem in Osteuropa zugute, wie Gerhard Proß, Vertreter des Leitungskomitees von „Miteinander für Europa“ erklärte. Der christliche Glaube helfe, kulturelle, nationale, konfessionelle und spirituelle Grenzen zu überwinden.

„Bei ihrem Europakongress im Jahr 2007 in Stuttgart hatte das Netzwerk eine siebenfaches Ja zur Mitgestaltung Europas auf der Grundlage der christlichen Werte formuliert: Ja zum Leben in allen seinen Phasen, Ja zu Ehe und Familie, zu den Armen, für Kinder und Jugendliche, für den Frieden, den Schutz der Natur und Ja zu einer Wirtschaft, die sich am Gemeinwohl orientiert“, wie die Stiftung mitteilt.

Friedrich Aschoff , Geistliche Gemeinde Erneuerung der evangelischen Kirche und einer der „Gründerväter“ von „Miteinander für Europa“, erklärte: „Die 7 'Ja', die wir formuliert haben, müssen wir im gemeinsamen Gehen beherzigen. Nicht jeder kann jedes der 'Ja' umsetzen, aber im Miteinander wird die Fülle erreicht. Christus ist die Mitte, in ihm sind wir ein.“

Der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant'Egidio in Rom, Cesare Zucconi, betonte: „Das war ein Erlebnis, das Mut macht, diesen Weg der Versöhnung, der Freundschaft, der gegenseitigen Sympathie weiter zu gehen. Europa braucht Solidarität mit den Menschen und Völkern, die in einer Krise leben, da müssen wir mehr tun und Europa hat einen Auftrag in der Welt!“

Zu den bisherigen Preisträgern der Europäischen St.-Ulrichs-Stiftung, die 1993 anlässlich des 1000. Jahrestages der Heiligsprechung von Bischof Ulrich gegründet wurde, zählen u.a. Altkanzler Helmut Kohl, Altbundespräsident Roman Herzog, der frühere polnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa, der Prager Erzbischof Kardinal Miroslav Vlk und die Geigerin Anne Sophie Mutter.