Mobilisierung für das Jahr des Glaubens

Kardinal William Levada zeigt Aufgaben der Weltkirche auf

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Von Antonio Gaspari

VATIKANSTADT, 9. Januar 2012 (ZENIT.org) - Die Kongregation für die Glaubenslehre hat mit einer Note mit pastoralen Hinweisen zum Jahr des Glaubenseine Mobilisierungsaktion gestartet, die alle Mitglieder der Weltkirche betrifft.

Mit der Note, die am Samstag, dem 7. Januar veröffentlicht wurde, folgte Kardinal William Levada, Präfekt der Kongregation, dem Apostolischen Schreiben vom 11. Oktober 2011 „Porta fidei“, in dem das Jahr des Glaubens ausgerufen wurde. Dieses wird am 11. Oktober 2012, dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils beginnen und bis zum 24. November 2013, dem Hochfest Christkönig, andauern.

Der Beginn des Jahres des Glaubensfällt nicht nur mit dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils zusammen, sondern auch mit dem zwanzigsten Jahrestag der Promulgierung des Katechismus der Katholischen Kirche.

Das Zweite Vatikanische Konzil und die Veröffentlichung des Katechismus sind zwei Ereignisse, die die Geschichte der Kirche zutiefst gezeichnet haben, auch wenn möglicherweise nicht genügend Reflexion und Studium dazu statt gefunden haben.

Gemäß der Note ist die Reflexion über diese beiden Ereignisse von entscheidender Bedeutung für „einen überzeugteren kirchlichen Einsatz für eine Neuevangelisierung, um wieder die Freude am Glauben zu entdecken und die Begeisterung in der Weitergabe des Glaubens wiederzufinden.“

Kardinal Levada erklärte, die Note der Kongregation sei im Auftrag von Papst Benedikt XVI. in Absprache mit den zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhls und mit der Unterstützung des Komitees für die Vorbereitung des Jahres des Glaubensverfasst worden.

In der Note werden für jede der folgenden vier Ebenen jeweils zehn genaue und detaillierte pastorale Hinweise gegeben: 1) Weltkirche, 2) Bischofskonferenzen, 3) Diözesen und 4) Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen, Bewegungen.

Eine der Empfehlungen im Jahr des Glaubens lautet, „die Gläubigen dazu einzuladen, sich mit besonderer Hingabe an Maria, das Urbild der Kirche, zu wenden, denn sie vereinigt die größten Glaubensgeheimnisse in sich und strahlt sie wider“. Dafür „eignen sich besonders Pilgerfahrten, Gottesdienste und Begegnungen an den wichtigsten Wallfahrtsorten.“

Es werden zahlreiche Symposien angekündigt, die insbesondere der Wiederentdeckung der Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils gewidmet sind. Alle Mitglieder der Weltkirche sind dazu aufgerufen, „die Homilien, Katechesen, Ansprachen und anderen Beiträge des Heiligen Vaters mit noch größerer Bereitschaft aufzunehmen.“

Die Bischofskonferenzen sind dazu eingeladen, „einen Studientag dem Thema des Glaubens zu widmen" und die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, des Katechismus der katholischen Kirche und seines Kompendiums auch in den Sprachen neu zu veröffentlichen, in die sie bisher nicht übersetzt worden sind.

Des Weiteren sollen die Bischofskonferenzen die Kenntnis der Heiligen des eigenen Landes verbreiten, wozu auch die modernen sozialen Kommunikationsmittel benutzt werden sollen. Auch soll das reiche Erbe der Kunstwerke bekannt gemacht werden, „die sich an den Orten, die ihrer Hirtensorge anvertraut sind, befinden."

Die Note unterstreicht, dass „die Dozenten an den theologischen Studienzentren, den Seminaren und den katholischen Universitäten eingeladen sind zu überprüfen, welche Relevanz die Inhalte des Katechismus der katholischen Kirche und deren Implikationen für die verschiedenen Fachgebiete in ihrem Unterricht besitzen.“

Unter Verwendung apologetischer Hilfsmittel wünscht die Note „eine Überprüfung der lokalen Katechismen und der verschiedenen katechetischen Hilfsmittel, die in den Teilkirchen in Gebrauch sind, um ihre volle Übereinstimmung mit dem Katechismus der katholischen Kirchezu gewährleisten.“

Zu diesem Zweck soll überprüft werden, wie die Inhalte des Katechismus der Katholischen Kirche in der Rahmenordnung für die Ausbildung der zukünftigen Priester und im Curriculum der theologischen Studien berücksichtigt werden.

Bischöfe und Erzbischöfe werden eingeladen, einen feierlichen Abschluss des Jahres des Glaubens durchzuführen, einen Hirtenbrief zum Thema Glauben zu verfassen und einen Studientag zum Katechismus der katholischen Kircheabzuhalten.

Zudem werden die Bischöfe aufgefordert, „besonders in der Fastenzeit Bußgottesdienste zu organisieren, um Gott um Vergebung zu bitten, auch und besonders für die Sünden gegen den Glauben.“

Den Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen und Bewegungen wird vorgeschlagen, das Apostolische Schreiben Porta fideides Heiligen Vaters Benedikts XVI. zu lesen und sorgfältig zu bedenken.

In den Pfarreien wird ein neues Engagement für die Verbreitung und die Verteilung des Katechismus der katholischen Kirche oder anderer für die Familien geeigneter Hilfsmittel als wünschenswert angesehen.

Die kontemplativen Gemeinschaften sind dazu angehalten, dem Gebet für die Erneuerung des Glaubens im Volk Gottes und für einen neuen Anstoß in seiner Weitergabe an die jungen Generationen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Zum Abschluss erinnert die Note daran, dass der Glaube „ein Gefährte unseres Lebens ist, der es erlaubt, mit stets neuem Blick die Wunder wahrzunehmen, die Gott für uns vollbringt“ und „jeden von uns verpflichtet, ein lebendiges Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen in der Welt zu werden.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Sabrina Toto]