Monatsanliegen März (Teil 1): Regierungen sollen arme Menschen beachten

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ROM, 2. März 2005 (ZENIT.org).- Von seinem Zimmer im zehnten Stock der Poliklinik Agostino Gemelli aus betet Papst Johannes Paul II. in diesem Monat März besonders dafür, "dass die Regierungen in ihren politischen Programmen und Entscheidungen stets auf die Armen, Ausgegrenzten und Unterdrückten achten".



So lautet der erste Teil des päpstlichen Gebetsanliegens in diesem Monat. Tausende von Laien, Ordensleuten, Priestern und Bischöfen auf der ganzen Welt machen es sich jeden Monat neu zu Eigen und bringen in diesem Sinne ihre Gebete und Opfer vor Gott.

Die Monatsanliegen des Papstes werden vom "Gebetsapostolat" verbreitet, ein 1844 von Pater Francesco Saverio Gautrelet SJ in der Nähe der französischen Stadt Le Puy gegründetes Werk. Anlässlich der Präsentation des Anliegens für März veröffentlichte das "Gebetsapostolat" in Italien einen Kommentar des Päpstlichen Rates "Cor Unum", in dem darauf hingewiesen wird, dass man "ein sehr aufmerksames Gehör benötigt, um die wahren Bedürfnisse" der armen Menschen zu erkennen. Außerdem erfordere es Mut, "sie als wahre Protagonisten anzusehen, die würdig sind, im Mittelpunkt zu stehen".

Echte Entwicklungspolitik, so heißt es dort, "muss darauf abzielen, alle Teile der Gesellschaft einzubeziehen, damit in ihr keine Brüche entstehen, die schwer zu schließen sind. Ihr Ziel ist es, denjenigen einen 'zusätzlichen Gang' zur Verfügung zu stellen, die mit den anderen nicht Schritt halten können, und darüber zu wachen, das jene, denen es gut geht, diejenigen unterstützen und erhalten, die eine schwere Zeit durchmachen."

Manchmal drohten die großen Entwicklungsprojekte der Regierungen gleichsam zu Denkmälern ihrer Gleichgültigkeit zu werden. Das sei dann der Fall, "wenn sie nicht aus dem aufmerksamen Hinhören auf die Bedürfnisse der Nutznießer erwachsen, mit Blick auf die volle Entwicklung der Person und gemäß seiner Würde als Mensch, der als Abbild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurde".

Es reiche nicht aus, "demjenigen zu helfen, der Not leidet", betont der Text. "Die Entwicklung, die einen solchen Namen verdient, muss auch jene Werte fördern, von denen die einzelnen Personen und die Gesellschaft profitieren. Manches Mal beanspruchen Entwicklungsprogramme, von jeglichen Werten 'frei' zu sein. Aber diese Abwesenheit von Werten verschleiert oft den Druck, die sie gegen die authentische Entwicklung ausüben, indem Bedingungen gestellt werden, die sich als Stricke erweisen um den Hals der Freiheit und Würde der betroffenen Menschen." Deshalb müssten Entwicklungsprogramme ausschließlich "personenzentriert" sein, denn nur dann "ermöglichen sie jedem Menschen, ein neues Leben zu führen, und geben ihm die Möglichkeit, in voller Freiheit und gemäß seiner Würde jene Rolle in der Gesellschaft einzunehmen, die ihm zukommt".

Wie in jedem Monat bezieht sich der zweite Teil des Monatsanliegens von Papst Johannes Paul II. auf die Mission. Er und alle, die ihn begleiten, beten im März besonders darum, "dass die Teilkirchen immer besser verstehen, dass tief greifende Neuevangelisierung ohne heiligmäßige Christen nicht gelingt".