Monsignore Francesco Moraglia zum Patriarchen von Venedig ernannt

Der aus Genua stammende Bischof ist feinsinniger Theologe und scheidender Oberhirte von La Spezia

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Von der ZENIT-Redaktion

ROM, Mittwoch, 1. Februar 2012 (ZENIT.org) – Der Heilige Vater, Benedikt XVI., hat Monsi­gnore Francesco Moraglia, den bisherigen Bischof von „La Spezia“ (Italien) zum Patriarchen von Ve­nedig ernannt. Moraglia wurde im Jahr 1953 in Genua geboren; er ist eine weltweit bekannte Persönlichkeit von asketischem Charakter, ein feinsinniger Theologe und besitzt eine breit­gefächerte, philosophische Bildung, die es ihm ermöglicht, mit allen Instanzen der Moderne leicht ins Gespräch zu kommen.

Nachdem er von Kardinal Angelo Bagnasco im Jahr 2005 zum Bischof geweiht worden war, zeigte er in der Leitung der Diözese von La Spezia eine große pastorale Inspiration, vor al­lem durch seinen direkten und persönlichen Kontakt zu den Priestern, den Seminaristen (die Zahl der Berufungen ist seit seiner Ankunft erheblich gestiegen) und bei den Pastoralbesu­chen, die er von Pfarrei zu Pfarrei, auch in den kleinsten Gemeinden, durchgeführt hat. Er ist den Jugendlichen, Erwachsenen und Kindern persönlich begegnet und hat die Kranken in ihren Häusern besucht. Msgr. Moraglia wollte sich sogar zum Beichte-Hören in den von ihm besuchten Pfarreien zur Verfügung stellen.

Die Klarheit seines theologischen und philosophischen Denkens und die unmittelbare Güte seines menschlichen Wesens ermöglichten ihm einen intensiven Dialog mit den zivilen Be­hörden von La Spezia, die einem kirchlichen Empfinden notorisch fern stehen und von einem gewissen Laizismus geprägt sind. In diesem Sinne ist Msgr. Moraglia gewiss ein Mann der Kirche, der sich seinen Gesprächspartnern gegenüber verständlich macht und von dem man Argumente annehmen kann. Diesbezüglich vielsagend ist das Beispiel seiner Vermittlung, um die Arbeitsplätze der Arbeiter von San Giorgio zu retten.

Wie könnte man nicht an die diözesane Praxis des erstens Samstags im Monat erinnern: eine Wallfahrt frühmorgens zu einem Marienheiligtum, für alle offen: Jugendliche, Erwachsene, Senioren. Circa 500 Gläubige nehmen jedes Mal daran teil, um das Geschenk heiliger und zahlreicher Priesterberufungen zu erbitten. So haben sie das Seminar aufge­füllt! Indem sie einfach gemeinsam gelaufen sind, den Rosenkranz gebetet haben, die Eu­charistie gefeiert und nach dem Ende der liturgischen Feier „Focaccia“ und Cappuccino miteinander geteilt haben!

Zu den vielen Gaben, die er in La Spezia hinterlässt, zählt sicher eine Kirche, die der Ewigen Anbetung (24 Stunden) geweiht ist: Vor zwei Wochen hat Moraglia das Allerheiligste Sakra­ment eingesetzt und schon gibt es Hunderte von Jugendlichen, Erwachsenen, Kindern und Familien, die sich bei der Anbetung abwechseln.

Wegen der Überschwemmung, die seine Diözese getroffen hat, schickte Moraglia alle seine Se­minaristen los, um den Schlamm wegzuschippen und den Bewohnern Trost zu spenden. Da­bei sagte er, dass man die Theologie außer über den Büchern “auf den Feldern, in der Nähe der Menschen durch Besuchen, Trösten und Schippen lernt ”.

[Übersetzung des italienischen Originals von Dr. Edith Olk]