Mord an Salesianerpater in Nepal schürt Angst unter Christen

Apostolischer Vikar: Extremisten wollen Christen wie Moslems aus dem Land vertreiben

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ROM, 3. Juli 2008 (ZENIT.org).- Der indische Salesianerpater John Prakash aus Kerala wurde am 1. Juli in Nepal durch einen Sprengsatz getötet.

Wie die katholische Nachrichtenagentur „AsiaNews" unter Berufung auf Zeugen meldete, drangen in der Nacht zum Dienstag mehrere Bewaffnete in die Wohnung des 62-jährigen Ordenspriesters im ostnepalesischen Siriya ein. Kurz darauf sei eine Detonation erfolgt.

Die Polizei vermutet die Terroristengruppe „Terai Defence Army" hinter der Bluttat. Deren Flugblätter habe man am Anschlagsort gefunden.

P. John Prakash SDB sei als Leiter einer katholischen Schule in Sirsiya im Distrikt von Morang in der Vergangenheit mindestens zweimal von der „Terai Defence Army" mit Geldforderungen bedroht worden, berichtete die AsiaNews unter Berufung auf Polizeiquellen.

Der Ordensmann arbeitete seit zehn Jahren in Nepal; außer ihm wirken heute drei weitere Salesianer in Siriya.

Der Apostolische Vikar für Nepal, Bischof Anthony Sharma, betonte in „Radio Vatikan“: „Es gab hier in Nepal immer wieder mal Drohungen gegen Priester und Vertreter der Kirchen, denn das ist ein mehrheitlich hinduistisches Land, und diese Extremisten wollen Christen wie Moslems aus dem Land vertreiben.“ Ursprünglich habe man gedacht, dass sich der Fall mit den Drohungen erledigt hätte, da man mit den Leuten gesprochen habe. „Jetzt haben sie aber doch noch einen Vorwand gefunden, um ihn zu töten.“

Ob der Mord an Pater Prakash auch politische Hintergründe hat, konnte Bischof Sharma nicht sagen. „Nepal ist jetzt gerade zu einem säkularen Staat erklärt worden. Die neue Verfassung, die gerade geschrieben wurde, ist säkular.“ Die Terroristen wollten Angst schüren und die Christen aus dem Land vertreiben - „was ihnen niemals gelingen wird“, so der Bischof.

Der Apostolische Vikar würdigte den Salesianerpater und dessen herausragendes Engagement: „Er war ein wunderbarer Mann mit einem großen Herzen - sehr großzügig.“

Es war die erste Bluttat an einem Geistlichen in der Geschichte der katholischen Kirche in Nepal. Der Himalaya-Staat mit seinen 23 Millionen Einwohnern und 80 Prozent Hindubevölkerung zählt nach Vatikan-Angaben rund 250.000 Christen, was rund 1 Prozent seiner Gesamtbevölkerung ausmacht.