Morgenwachen am Heiligtum der Jugend

Eröffnungsfeier des WJT in Rio de Janeiro

Rio de Janeiro, (ZENIT.org) P. Alfonso M. A. Bruno FI | 448 klicks

Leichter Regen verlor sich im Schaum des Meeres am Strand von Copacabana, der sich gestern Nachmittag im Vorfeld der offiziellen Eröffnung des Weltjugendtages mit Abertausenden von Jugendlichen gefüllt hatte.

In unterschiedlichen Sprachen lautstark zum Ausdruck gebrachte Fröhlichkeit vermischte sich mit den religiösen Gesängen, die von den aus verschiedenen Ländern stammenden internationalen Gruppen auf der offiziellen Bühne abwechselnd vorgetragen wurden. Auf dieser in einer Entfernung von wenigen Metern zum Meer gelegenen Bühne wird Papst Franziskus am kommenden Donnerstag von einer unzähligen Schar Jugendlicher empfangen werden.

Bei der Ankunft des Kreuzes und der Marien-Ikone des WJT, nachdem das Sonnenlicht bereits von Projektoren und in unterschiedlichen Farben schillernde Leuchtdioden abgelöst worden war, bildete eine eindrucksvolle Choreografie den Auftakt des Ereignisses. Mit feiernden, tanzenden und wie am Beginn einer Reise in ein weit entferntes Land stehenden Jugendlichen wurde dabei das diesjährige Thema „zu Jüngern machen“ aufgegriffen.

Das Rezitieren des Missionsrosenkranzes in den schmerzhaften Geheimnissen führte die Eucharistie „per Mariam ad Iesum“ ein.

Vertreter aus fünf Kontinenten – jeweils ein Jugendlicher aus Südafrika, Argentinien, Australien, der Schweiz und China, rezitierten das Gebet in den jeweiligen Muttersprachen.

Den verschiedenen Kontinenten wurde jeweils mit einer Farbe gedacht. Dabei wurden Grün (Afrika), Rot (Amerika), Weiß (Europa), Hellblau (Ozeanien) und Gelb (Asien) nacheinander mit Technolicht auf die Bühne projiziert.

Unmittelbar danach begann die hl. Messe unter dem Vorsitz von Msgr. Orani João Tempesta, dem  Erzbischof von São Sebastião do Rio de Janeiro, der zu Beginn und während des Bußaktes an die vielen jugendlichen Todesopfer von Gewalt, vor allem in Brasilien, sowie an die 21-jährige junge Frau aus Paris, die auf ihrem Weg zum WJT in Rio bei einem tragischen Unfall in Französisch-Guayana ums Leben kam.

Beeindruckend war die Zahl der Teilnehmer und der Konzelebranten an dem Anlass, der aus Metropoliten Kosmopoliten gemacht hatte!

Bezugnehmend auf den Anruf an den Zöllner Matthäus und die Erfüllung der Berufung des Samuel in der ersten Lesung, sprach Msgr. Tempesta in seiner Predigt die Einladung an die Jugendlichen aus, aus sich selbst hinauszugehen und sich für die Verwirklichung des Planes Gottes bereit zu halten.

Auch der landschaftliche Kontext eignete sich gut für den Vorschlag der Berufung. Dieser betraf im Falle der meisten Apostel Fischer und damit an das Leben am Wasser gewöhnte Männer.

Bis zum kommenden Sonntag wird sich Rio der Welt als Heiligtum der Jugendlichen und als Sakrament einer jungen Kirche zeigen, die stets Überraschungen bereithält und sich allen nachgiebigen und für das Evangelisierungswerk schädlichen Katastrophentheorien entgegensetzt.

Der Erzbischof bezeichnete die Jugendlichen mehrmals als „Morgenwachen“.

Er äußerte den Wunsch, dass die jungen Menschen aus einer Nacht in der Geschichte erwachen und als Erwachsene eine Erfüllung ihrer Träume erleben mögen.