Mosambik: "Es gibt noch Verhandlungsspielraum"

Kirchenvertreter zur Infragestellung der Friedensverträge

Rom, (Fides) | 260 klicks

„Es ist eine schwierige Zeit, denn es steht die Wahl vom 20. November bevor, und es werden im kommenden Jahr weitere Wahlen folgen. Die RENAMO lässt sich nicht aufstellen und protestiert damit gegen die angebliche Diskriminierung. Deshalb ist es klar, dass die Führungskräfte nun die Konfrontation suchen, um im politischen Leben des Landes trotzdem noch präsent zu sein“, so Beobachter aus kirchlichen Kreisen in Mosambik, wo am gestrigen 21. Oktober die ehemaligen Rebellen RENAMO die Gültigkeit der in Rom geschlossenen Friedensvereinbarungen von 1992 in Frage stellten, nachdem die Armee ihr Hauptquartier in Sathundjira in der Provinz Sofala angegriffen hatten.

„Eine Krise gab es schon länger, doch nun steht Sofala, in der Erzdiözese Beira im Mittelpunkt, wohin der Anführer der RENAMO sich zusammen mit seinen vertrauten Anhängern zurückgezogen hat“, so der Beobachter. „Seit Anfang der Krise stellten die Rebellen die Verträge in Frage und behaupteten, dass diese von der Regierung nicht eingehalten werden.“

Doch nach Ansicht des Beobachters gibt es noch Verhandlungsspielraum, obschon seiner Meinung nach nicht auszuschließen ist, dass ein Teil der RENAMO erneut zu den Waffen greift. Unterdessen griff am 22. Oktober eine Gruppe der RENAMO eine Polizeistation in Maringue an.

„Die Kirche bemüht sich weiterhin um Dialog und Frieden. Bei den Sonntagsgottesdiensten in den Pfarreien wird immer wieder betont, dass eine Rückkehr zur Gewalt nur weiteres Leiden mit sich bringt“, so der Beobachter weiter. „Alle, nicht nur die katholische Kirche, sondern auch Bürgerbewegungen und diplomatischen Vertretungen, verurteilen die Spannungen zwischen den Parteien seit langem und fordern die Wiederaufnahme des Dialogs.“

„Es gibt noch Spielraum für eine Vermittlung, denn bis jetzt ist die Krise auf Sofala beschränkt, und Mosambik hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert. Auch in den Reihen der RENAMO kam es vor zwei Jahren zu einer Spaltung und der damit verbundenen Gründung der neuen Partei MDM (Demokratische Bewegung in Mosambik), die mehr und mehr Fuß fasst im Gegenteil zur früheren Führungsriege, die auch aus diesem Grund versucht durch die Krise das eigene politische Gewicht zu fördern. Doch das ist nicht einfach, denn auf der internationalen Bühne wird es für die RENAMO schwierig sein, Sponsoren für einen bewaffneten Kampf zu finden, den außerdem auch die meisten Mosambikaner ablehnen“ so der Beobachter abschließend.

(Quelle: Fidesdienst 22/10/2013)