Moskauer Patriarch Alexeij II. für gemeinsame Pastoralpläne mit der katholischen Kirche

Vorschlag zum orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar

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ROM, 9. Januar 2008 (ZENIT.org).- Oft war vom „Ende der Eiszeit“ im ökumenischen Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche die Rede. Jetzt nimmt dieses Ende konkrete Züge an: Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Alexeij II., nutzte die Gelegenheit des orthodoxen Weihnachtsfestes (7. Januar 2008), um gemeinsame pastorale Pläne der orthodoxen und der katholischen Kirche vorzuschlagen.



„Die Christen der Region von Moskau sind unserer gemeinsamen pastoralen Sorge anvertraut. Wir müssen uns so schnell wie möglich treffen, um gemeinsam pastorale Pläne auszuarbeiten.“ Mit diesen Worten wandte sich der Patriarch nach der Feier der Vigil zum Weihnachtsfest an den katholischen Erzbischof von Moskau, Paolo Pezzi, und den Vertreter des Heiligen Stuhls bei der Russischen Föderation, Erzbischof Antonio Mennini. Wie der „Osservatore Romano“ am 9. Januar berichtete, handelt es sich dabei um die Einladung, in der russischen Gesellschaft gemeinsam für die christlichen Werte Zeugnis abzulegen, dies in einem Geist der Zusammenarbeit und des Strebens nach Einheit.

Alexeij II. brachte konkret eine Richtlinie zum Ausdruck, die bereits in den vergangenen Wochen Gegenstand der Unterredungen zwischen Papst Benedikt XVI. und dem Metropoliten Kyrill waren.

Die Annäherung der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche gingen auch aus der Weihnachtsbotschaft des Patriarchen hervor, die dem Thema der Familie gewidmet war.

„Die gegenseitige Liebe der Ehegatten, Kinder und Eltern, die fest gefügt ist durch die Liebe Gottes und sie mit den Menschen ihrer Umgebung verbindet, ist immer die Grundlage der vereinten christlichen Familie gewesen“, so Alexeij II. In der heutigen Zeit jedoch hätten sich viele daran gewöhnt zu glauben, dass „nur ihre freie und unabhängige Vernunft Glück bringen kann“. Die Kirche aber habe im Lauf der Jahrhunderte oftmals gesehen, „wie die stolzen Menschen, die sich von Gott entfernt haben, unglücklich und armselig werden“.

Der Patriarch erinnerte daran, dass das Jahr 2008 in Russland zum „Jahr der Familie“ erklärt worden ist. Er hob hervor, dass die ganze Gesellschaft und vor allem die jungen Menschen die einfache und ewige Wahrheit wieder entdecken müssen: „Wo keine Liebe ist, keine gegenseitige Verantwortlichkeit, keine Bereitschaft, sein Leben denen zu schenken, die man liebt, dort gibt es weder Glück noch Fülle des Seins.“

Scheidung, Abtreibung, Gewinnsucht und Lustmaximierung, die Vernachlässigung der eigenen Kinder, die so ohne elterliche Liebe und Erziehung aufwachse – „all dies macht aus dem Leben des einzelnen und des ganzen Volkes ein freudloses Dasein voller Gewissenbisse. Herrscht hingegen in den Familien die Liebe, der Glaube, die Freude über das gegenseitige Engagement, so wird es um uns herum viel mehr glücklichere Gesichter geben.“ So könne auch das Schicksal unserer Völker einen Wandel zum Besseren erfahren.