Moskauer Patriarchat sieht in katholischer Kirche engen Verbündeten

Wenn es darum geht, die moralischen Werte hochzuhalten

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MOSKAU, 24. Juni 2008 (ZENIT.org).- Im Hinblick auf den Schutz der christlichen moralischen Werte „erscheint der Dialog mit der römisch-katholischen Kirche als besonders aussichtsreich“, erklärte der Vorsitzende des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchates, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, in einem Interview für die offizielle Webseite der Erzbischofsversammlung der russisch-orthodoxen Kirche. Die sechstägige Versammlung wird morgen, Mittwoch, in Moskau beginnen.



Der Dialog zwischen den Kirchen biete „große Möglichkeiten für den gemeinsamen Schutz der traditionellen christlichen moralischen Werte, für den richtigen Aufbau der sozialen und der familiären Beziehungen sowie für den Schutz der Menschenrechte", sagte Metropolit Kyrill nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur „Novosti“. Die Positionen beider Kirchen stimmten in diesem Bereich „faktisch völlig überein“.

Die größte Bedrohungen für die christliche Weltmoral bestehe in „der Offensive der Ideologie des militanten Säkularismus“, das heißt der Verdrängung der Religion aus der öffentlichen Leben in die Privatsphäre. Genauso bedrohlich sei aber auch „die massive Liberalisierung vieler christlicher Gemeinschaften“, etwa der protestantischen Kirchen, die homosexuelle Ehen segneten und Homosexuelle zu Bischöfen weihten.

Zu den ungelösten Problemen in den Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche gehören nach Worten des Metropoliten vor allem der Konflikt zwischen den orthodoxen und griechisch-katholischen Gläubigen in der Westukraine und die „unberechtigte Ausdehnung“ ihrer Evangelisationstätigkeit auf traditionell orthodoxe Regionen sowie die missionarische Tätigkeit einiger Vertreter der römisch-katholischen Kirche unter den orthodoxen Gläubigen in Russland und in anderen GUS-Ländern. Um die Lösung dieser Fragen kümmert sich seit 2004 eine gemeinsame orthodox-katholische Arbeitsgruppe. Der Metropolit äußerte diesbezüglich die Hoffnung, dass die Arbeit der Gruppe Früchte tragen werde.