Mossul: Einführung des chaldäischen Erzbischofs von Morden überschattet

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Mossul, 20. Januar 2010 (ZENIT.org).- Die chaldäischen Katholiken im nordirakischen Mossul haben ihren neuen Erzbischof, den 42-jährigen Emil Shimoun Nona, am vergangenen Sonntag mit einem lachenden und einem weinenden Auge empfangen. Sie freuten sich, endlich den Nachfolger des ermordeten Erzbischofs Rahho willkommen zu heißen. Neben den Gläubigen nahmen auch politische Vertreter, darunter Muslime, an der Einführungszeremonie teil.

Papst Benedikt XVI. hatte im November die Wahl von Erzbischof Emil Shimoun Nona bestätigt, den traditionsgemäß die Synode der Bischöfe der chaldäischen Kirche gewählt hatte.

Am selben Tag, an dem Nona mit den Gläubigen seine Ankunft feierte, erschossen Unbekannte den 52-jährigen syrischen Katholiken Saadallah Youssif Jorjis, der eine Frau und zwei Töchter hinterlässt.

Die katholische Nachrichtenagentur AsiaNews zitiert einen Zeugen der Ereignisse, der seinen Namen nicht preisgeben möchte. Der ungenannten Quelle zufolge werden Christen "inmitten allgemeiner Gleichgültigkeit" weiterhin verfolgt. Es finde derzeit in Mossul eine „ethnische Säuberung" statt, vergleichbar mit den Vorgängen im Jahr 2008.

Vor zwei Jahren bereits schwappte eine Welle der Gewalt über das Land, der damals Nonas Vorgänger als Erzbischof, Paulos Faraj Rahho, im Alter von 65 Jahren zum Opfer fiel. Am 29. Februar 2008 war er während eines Kreuzwegsgebets verschleppt und zwei Wochen später ermordet worden. Die Täter hatten seinen Leichnam auf einer Müllkippe verscharrt. Sein Fahrer und zwei Leichwächter wurden sofort erschossen.

„Sie wollen die Christen in die Ninive-Ebene drängen. Die Gemeinschaft hat das Vertrauen in die Zukunft verloren", sagte die Quelle der Meldung zufolge.

Der jüngst ermordete Familienvater war Eigentümer eines Produktionsgeschäfts unweit seines Hauses. Seine Frau arbeit als Krankenschwester. Wenige Tage zuvor bereits, am Dienstag voriger Woche, war der 75-jährige Lebensmittelhändler Hikmat Sleiman von einer bewaffneten Gruppe ermordet worden. (mk)