Move 2012: Jahr des Glaubens, Lebensschutz, Facebook

Familienbegegnung am Puls der Zeit

| 1018 klicks

ROM, 8. Juni 2012 (ZENIT.org). – Mit aktuellen und auch brisanten Themen beschäftigten sich die Familien und zahlreichen Jugendlichen bei der Familienbegegnung Move 2012, die am letzten Wochenende in Regensburg abgehalten wurde. Lebensschutzfragen wurden ebenso thematisiert wie das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Jahr des Glaubens oder die Frage nach dem Sinn des Lebens einer „Facebook-Generation“.

In seinem Vortrag vor ca. 150 Jugendlichen im Kongress- und Kulturzentrum „Kolpinghaus St. Erhard“ stellte der Geschäftsführer der „Stiftung Ja zum Leben“, Manfred Libner, den Jugendlichen die Schwangerenberatung im Internet von „1000plus.de“ vor. Nach seiner Erfahrung entscheiden sich 70 Prozent der abtreibungswilligen Frauen für ihr Kind, wenn sie Perspektiven und Hilfen durch kompetente und mit Herzensbildung vertraute Beraterinnen erhalten, die die Probleme, die hinter dem Wunsch nach Abtreibung stehen, gemeinsam mit der Schwangeren lösen. Angesichts von 109.000 Abtreibungen 2011 und fünf Millionen getöteten ungeborenen Kindern seit Freigabe der Abtreibung in Deutschland sprach Herr Libner von „massenhafter unterlassener Hilfeleistung für Schwangere“.

Dem Jahr des Glaubens und seiner Bedeutung für Kirche und Gläubige widmete sich ein Impulsvortrag von Frau Patricia Klein, gottgeweihte Frau im Regnum Christi, und eine sich daran anschließende Podiumsdiskussion. In ihrem Vortrag gab Frau Klein nicht nur einen Überblick über Inhalt, Ziele und Hintergründe des Apostolischen Schreibens, sondern auch Impulse, das Jahr des Glaubens konkret zu leben. Getreu den Worten des Apostels Paulus, „Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14), müsse die Weitergabe des Glaubens auch in unserer Zeit vor allem mit Freude und Liebe erfolgen. Es gebe in unserer Gesellschaft vor allem eine Armut an menschlicher Beziehung, so Frau Klein. Neuevangelisierung bedeute demnach insbesondere Beziehungen aufzubauen, Beziehungen, die den Menschen die Liebe Gottes aufzeigen können. Für die vielen Menschen, die heute auf der Suche seien, müsse die Kirche offene Augen und Herzen haben.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrichen die Teilnehmer vor allem, dass Katechese nicht die Auseinandersetzung mit einer Theorie oder abstrakten Idee sei, sondern die Begegnung mit einer konkreten Person, mit Jesus Christus, der auch heute unter den Menschen lebendig und gegenwärtig ist.

In einem Impulsvortrag für Jugendliche beschrieb P. Klaus LC die Charakteristiken der heutigen „Generation Facebook“ und zeigte dabei zahlreiche Veränderungen auf, die sich in nur wenigen Jahren in der Gesellschaft eingestellt haben und die Folgen der medialen Veränderungen für das Zusammenleben der Menschen. Die Virtualität medialer Lebensräume habe z.B. vielen Jugendlichen den Eindruck vermittelt, ihr Handeln bliebe ohne reale Konsequenzen – ähnlich einem Computerspiel – beschrieb P. Klaus. Dies berge im Zusammenleben auch die Gefahr, Beziehungen nicht mehr in der Tiefe zu leben – auch wenn man heute fast unablässig und mit unbegrenzt vielen Menschen kommunizieren werden könne. Die Folge sei vor allem Unverbindlichkeit. „Ich muss die Konsequenzen von Handlungen nicht mehr tragen. Damit scheint auch die Fähigkeit verloren zu gehen, klare Entscheidungen treffen zu können“, so P. Klaus. „Doch spätestens wenn die Zeit kommt, in der die großen Entscheidungen des Lebens gefällt werden müssen, tritt schnell Unsicherheit und Überforderung ein.“ Im Hinblick auf die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens sprach P. Klaus davon, wie wichtig es sei, sich im Leben klare Ziele zu setzen. Vieles hänge vor allem davon ab, das Ziel des eigenen Lebens zu erkennen. Für Christen bestehe über allen Zielen vor allem das eine: der Himmel, die Ewigkeit. Insofern besteht eine enge Verbindung zwischen unseren Zielen, unserer Entscheidungs-und Beziehungsfähigkeit.

P. Andreas Schöggl LC, der neue Ordensprovinzial der Kongregation und der Apostolatsbewegung Regnum Christi in West- und Mitteleuropa, stellte sich den zahlreichen Gästen zunächst während seines Vortrags  „In Bewegung kommen – Gott begegnen und IHN verkünden“ auch persönlich vor. Bezug nehmend auf die Tagesliturgie zum Dreifaltigkeitssonntag und die Aufforderung Jesu an die Jünger: „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28, 19), deutete P. Andreas das Getauft-Sein hin auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist vor allem als Zeichen dafür, dass Christen ihr Leben lang auf dem Weg hin zu Gott gerufen und mit dem Empfang der Taufe noch nicht angekommen seien. In-Bewegung-Sein, – move – ,bilde demnach eine Grundcharakteristik des christlichen Lebens.

„Die Laien, mit denen die Legionäre Christi zusammenarbeiten, sind wie der zweite Lungenflügel der Kongregation“, - damit P. Andreas auf die Besonderheit der Verbindung zwischen der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi und der Apostolats-Bewegung Regnum Christi ein, die das gleiche apostolische Charisma teilen. Im Bezug auf den laufenden Erneuerungsprozess der Gemeinschaft ermutigte P. Andreas alle Anwesenden: „Schauen wir auf diesem Weg vor allem, was im Herzen der Mitglieder eingeschrieben ist durch den Heiligen Geist – das Wort Gottes lebt in den Gläubigen. Alle Kraft und Energie auf diesem Weg kommt von Gott.

Der Abschlussgottesdienst in der vollbesetzten Dominikanerkirche wurde unter Konzelebration mit dem Generalvikar der Diözese, Michael Fuchs (ZENIT berichtete) gefeiert. Den ungefähr 500 Gläubigen versicherte dieser: „Schön, dass wir Sie in Regensburg haben! Gott und die Kirche brauchen Sie!“