Msgr. Celli: Das Motu Proprio des Papstes wäre ein notwendiger Schritt

Dokument zur Modifizierung der Dispositionen von Universi Dominici Gregis für die Papstwahl notwendig

Rom, (ZENIT.org) | 1443 klicks

„Ein Motu Proprio des Heiligen Vaters ist eine notwendige Maßnahme. Die Apostolische Konstitution von Johannes Paul II. sieht keine besonderen Regelungen für die Situation vor, die wir gerade durchleben. Sie verlangt nach einem Dokument, das die verschiedenen oder unterschiedlichen Interpretationen über die Regeln des Dokumentes des Seligen erläutert.“

Dies erklärte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, Erzbischof Claudio Maria Celli, als Gast im Morgenprogram „Prima di Tutto“ im italienischen Fernsehkanal „RAI“. Nach Msgr. Celli sollte der Papst ein Dokument für das Ende eines Pontifikates durch Rücktritt und nicht durch den Tod erlassen. Es sollte sich um ein Motu Proprio handeln, das die festgeschriebene Regelung in dieser Hinsicht modifiziertund auch Änderungen hinsichtlich des Beginns eines Konklave enthält.

Das Dokument sollte vom Heiligen Vater vor dem 28. Februar unterzeichnet werden. Der Erzbischof erklärte, dass zur letzten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar ein „Meer von Menschen“ erwartet wird. Zu diesem Zeitpunkt sollten sich alle Kardinäle, die am Konklave teilnehmen, bereits in Rom befinden.

Die momentane Apostolische Konstitution „Universi Dominici Gregis“ sieht vor, dass ein neuer Papst mit einer Zweidrittelmehrheit des Kardinalskollegiums gewählt werden mussund dass ein Kardinal nicht für sich selber stimmen kann.

Als am 19. April 2005 beim zehnten Wahlgang des Konklaves Kardinal Ratzinger als 265. Papst gewählt wurde, genau mit zwei Dritteln der Mehrheit, mussten die Wahlzettel kontrolliert werden. Es musste sicher gestellt werden, dass Kardinal Ratzinger nicht für sich selber gestimmt hatteund deshalb die notwendige Unterstützung erhalten hatte.

Vor einigen Tagen hatte der Pressesprecher des Vatikans, P. Federico Lombardi, erklärt, Benedikt XVI. hege den Gedanken, ein Motu Proprio zu veröffentlichen (das mit den Worten „auf eigene Initiative“ hin beginne; es handele sich also um ein Dokument, das spontan dem Willen des Heiligen Vaters entspringe). Der Direktor des Vatikanischen Presseamtes präzisierte, dass es sich voraussichtlich um eine Harmonisierung des „Ordo Rituum conclavis“ mit der Apostolischen Konstitution „Universi Dominici Gregis“ handeln werde.