Msgr. Dal Covolo wird die Stimme der katholischen Universitäten in die Synode tragen

Kurz vor dem Beginn der Synode spricht der Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität über seine Erwartungen an das Ereignis

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Von Salvatore Cernuzio

ROM, 5. Oktober 2012 (ZENIT.org).- In nur 48 Stunden wird die Bischofssynode zum Thema Neuevangelisierung für die Verbreitung des Glaubens  eröffnet werden. Die bedeutende Versammlung wird von diesem Sonntag, dem 7. Oktober 2012 bis zum 28. Oktober 2012 im Vatikan stattfinden. Unter den vielen von Benedikt XVI. als Teilnehmer ausgewählten Bischöfe befindet sich auch Msgr. Enrico dal Covolo, Bischof von Eritrea und Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität. Anlässlich seiner ersten Teilnahme führte er ein Gespräch mit ZENIT über seine Erwartungen, Sorgen und Hoffnungen.

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Exzellenz, in Kürze wird die Bischofssynode beginnen. Allerdings haben viele Menschen noch keine klare Vorstellung von einer Synode und von deren Ablauf …

Msgr. Dal Covolo: Die Bischofssynode ist eine aus dem Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzil hervorgegangene Initiative. Papst Paul VI. traf die Entscheidung, dank dieser Formel die guten Ergebnisse des Konzils dauerhaft in der Kirche zu verankern. Seit damals wird im Abstand von vier Jahren die Generalversammlung der Bischöfe veranstaltet. Gegenstand dieser Versammlung, die heuer zum 13. Mal stattfindet, ist ein für die Kirche zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders bedeutsames Thema. Im Allgemeinen wird dieses Thema am Ende der vorherigen Synode angekündigt.

In diesem Jahr wird der Frage der Neuevangelisierung für die Glaubensverbreitung nachgegangen werden. Wie denken Sie über diese Themenwahl?

Msgr. Dal Covolo: Meines Erachtens handelt es sich um ein sehr weit gefasstes Thema. Es ist gleichsam ein großer Behälter. Die Schwierigkeiten, die dieser Wahl zugrunde lagen, sind uns bekannt. Sie stehen vor allem mit der fortschreitenden Entchristlichung des alten Europa und der sogenannten Länder des Wohlstandes in Zusammenhang. Man möchte diese Herausforderung daher wirksam in Angriff nehmen. Ich denke jedoch, dass der Papst in seinen einleitenden Worten die Leitlinien definiert, sodass durch eine zu starke Aufspaltung nicht der rote Faden verloren geht.

Sie wirken zum ersten Mal an einer Synode mit. Welche Erwartungen haben Sie? Welche Vorschläge werden Sie im Rahmen der Versammlung unterbreiten?

Msgr. Dal Covolo: Da ich noch nie zuvor an einem derartigen Ereignis teilgenommen habe, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, in welcher Form ich mich darin konkret einbringen werde. Noch befinde ich mich in einem Zustand freudiger Erwartung. Ich freue mich außerordentlich über die Einladung des Heiligen Vaters, obwohl ich ein erst seit kurzem nominierter Bischof bin (vor weniger als zwei Jahren fand meine Bischofswahl statt). In meinem Redebeitrag werde ich zu den Gründen des Heiligen Vaters für meine Einladung Stellung nehmen: um die Stimme der Universitäten und der katholischen Schulen, besonders der päpstlichen, vernehmbar zu machen und ihren Beitrag für die Neuevangelisierung offenzulegen Ich empfinde große Freude über meine Möglichkeit zur Teilnahme. Ich bin mir sicher, dass meine bischöfliche Sendung auf internationaler und interkultureller Ebene dank dieser Erfahrung eine großartige Verbreitung findet. Ich bin noch aus einem weiteren Grund besonders glücklich …

In vielen Fällen gründet die Glaubensverbreitung in einer Erfahrung oder in einem Zeugnis. Können auch die Kultur und die Bildung Vermittler des Glaubens sein?

Msgr. Dal Covolo: Sie sind es zweifellos. Wie Papst VI. schon betonte: „Wenn der Glaube in einer Kultur nicht leibhaftig wird, läuft er Gefahr, eitel und unfruchtbar zu werden.“ Dieser Frage wird sich die nächste Versammlung der Bischöfe bestimmt  mit großem Bemühen annehmen.

Im Gespräch ist die Neuevangelisierung zur Glaubensvermittlung. Doch ich stelle mir folgende Frage: Kann der Glaube nur vermittelt werden? Meines Erachtens gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Die objektive Glaubensinhalte können vermittelt werden, doch der persönlichen Entscheidung für den Glauben kann nur ein Zeugnis zugrunde liegen.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]