Msgr. Francesco Follo bei 37. UNESCO-Sitzung

Teilen, Förderung der Jugend und des Dialogs sowie Einbindung der Kirchen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 222 klicks

Msgr. Francesco Follo, Leiter der Delegation des Heiligen Stuhls, legte am 9. November im Rahmen der 37. UNESCO-Tagung in seinem Vortrag die Gestaltungsprinzipien für ein gesundes Wachstum der modernen Gesellschaft dar.

Die UNESCO verfolge vier Hauptziele: Entwicklung und Erziehung, Jugendarbeit, Förderung des Dialogs, Friede sowie soziale und politische Dimension der Religionen. Jede Gesellschaft vereine unterschiedliche Altersgruppen. Verantwortung und Gemeinwohl seien die Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Im folgenden führte Msgr. Francesco Follo seinen Gedankengang weiter aus.

1) Die Erziehung zum Teilen sei erforderlich für das gesunde Wachstum einer Gesellschaft. In der Gesellschaft obliege die größere Verantwortung den Menschen, die aufgrund ihrer Bildung und Kultur dazu befähigt seien. Die geistigen Güter seien eine Quelle des Glücks. Deshalb solle man sie mit dem Nächsten teilen. Teilen bedeute keinen Verlust, sondern im Gegenteil eine Bereicherung.

2) Die Förderung der Jugend sei ein Geschenk. Alt und Jung baue gemeinsam eine Gesellschaft auf. Die ältere Generation trage mit ihrer Erfahrung bei, die junge sei die Brücke zur Zukunft. Die jungen Menschen seien oft Idealisten und hätten den Wunsch, die Welt zu verbessern. Es sei wichtig, der jungen Generation Gehör zu schenken, da ihre Energie und ihre Intelligenz die Basis für Frieden und Wachstum seien. Deshalb unterstütze der Heilige Stuhl das Programm der UNESCO zur Förderung der Jugend.

3) Dialog bedeute ein wahres Miteinander-Sprechen, das sich häufig schwierig gestalte. Heute sei es wichtig, eine gemeinsame Sprache zu finden. Der generationsübergreifende und interkulturelle Dialog sei wichtig für die Entwicklung unserer Gesellschaft, denn Dialog und Gesellschaft seien aneinander gekoppelt. Jeder sei aufgefordert, einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten, die eine Vergangenheit, eine Gegenwart und eine Zukunft habe.

4) Friede sowie soziale und politische Dimension der Religionen seien an die spirituelle Seite des Lebens gebunden. Die Spiritualität stehe alle Menschen offen und trage zu einer ausgeglichenen Gesellschaft bei. Die christliche Religion und alle anderen Glaubensrichtungen leisteten einen öffentlichen Beitrag zum Gemeinwohl, wobei die Religionsfreiheit respektiert werde. Wenn die Menschen erkennten, dass ihr Leben nicht allein an die Erde gebunden sei, erweitere sich ihr Blickfeld zur Spiritualität und zum Mysterium.