Msgr. Joseph Coutts: Sie versuchen, auch mich zum Islam zu konvertieren

Der Bischof von Faisalabad, Pakistan, bringt seine Gefühle zum wachsenden muslimischen Fanatismus zum Ausdruck

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ROM, 29. November  2011 (ZENIT.org). – „In Pakistan wurden die Minderheiten schon immer benachteiligt, aber nie so sehr wie heute.“ Mit dieser Äußerung gegenüber „Kirche in Not“ machte sich Msgr. Joseph Coutts, der Vorsitzender der pakistanischen Bischofskonferenz, Luft.

Laut einer Pressemitteilung, die heute von KIN veröffentlicht wurde, ist der Bischof von Faisalabad (in der Provinz Punjab gelegen) angesichts des wachsenden Extremismus und der zunehmenden Intoleranz gegenüber der christlichen Gemeinschaft in seinem Land sehr besorgt.

„Wir sind immer diskriminiert worden, aber wir befanden uns noch nie in einer so kritischen Lage“, sagte der Bischof, der die Regierung von Pakistan dazu auffordert, die Christen endlich als „vollwertige Bürger“ zu behandeln und den „immensen Beitrag, den sie für die Gesellschaft leisten“, anzuerkennen.

Wie die Mitteilung von KIN betont, gibt es in dem insgesamt 180 Millionen Einwohner zählenden Land gerade einmal 1,2 Millionen Katholiken, doch leitet die Kirche einen Großteil der sozialen Dienste, der Leistungen im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die Entwicklungshilfe. Allein die Diözese Faisalabad verwaltet 82 Schulen, „Einrichtungen, aus denen alle Pakistanis Nutzen ziehen, ganz unabhängig von ihrem Glauben“, bekräftigte Msgr. Coutts.

Eine Vielzahl von Diskriminierungen, auch im Arbeitsumfeld oder in der Schule, müssten Christen erleiden. So müssten die Schüler nicht nur aus Lehrbüchern lernen, die oftmals Hass zwischen den Religionen schürten, sondern sie würden auch dadurch benachteiligt, dass sie ihre Noten nicht verbessern könnten, indem sie zusätzliche Punkte durch den Besuch der Koran-Klassen sammelten.

„Außerdem“, fuhr der Bischof fort, „sind die Kinder dem ständigen Druck ausgesetzt, zum Islam zu konvertieren, wie übrigens auch die restlichen Gläubigen. Ich selbst habe ebenfalls Briefe erhalten, in denen ich aufgefordert wurde, meine Religion aufzugeben.“

Im Nordwesten Pakistans richte sich der Extremismus sogar gegen die muslimische Mehrheit, wie die Zerstörungen verschiedener Mädchenschulen in den vergangenen Monaten gezeigt hätten. Das Ziel solcher Aktionen sei es, den Mädchen das Recht auf Bildung zu verweigern.

„Sie sind zu allem bereit, zu töten und getötet zu werden. Es sind es auch viele Muslime, die mit diesen Strömungen nicht einverstanden waren, ermordet worden“, hob Msgr. Coutts hervor.

Aber dies hindert nicht, dass der Bischof auch Hoffnung äußert. „Die Extremisten“, so schloss der Bischof von Faisalabad, „ sind bloß eine Minderheit und trotz der enormen Schwierigkeiten wird die katholische Kirche auch weiterhin ihre Dienste zum Wohl der Gesellschaft bereit stellen und sich durch gute Taten zur Förderung des Dialogs einsetzen.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Sabrina Toto]