Msgr. Luigi Travaglino über die Nahrungsmittelverteilung

38. Sitzung der Konferenz der FAO

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 297 klicks

Vom 15. bis zum 22. Juni 2013 findet in Rom die 38. Sitzung der Konferenz der FAO  „Lo stato dell’insicurezza alimentare nel mondo – der Zustand der Nahrungsmittelverteilungsprobleme in der Welt”.

S.E. Msgr. Luigi Travaglino, apostolischer Nuntius und Haupt der Delegation des Heiligen Stuhls, forderte, dass den Worten Taten folgen müßten, indem der FAO alle erforderlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt würden. Dazu sei der solidarische Einsatz jedes Einzelnen entsprechend seiner Möglichkeiten erforderlich.

Als Zwischenbilanz des Arbeitsprogramms lasse sich festhalten, dass der Einsatz der FAO in den letzten zwei Jahren effektiv sei und alle Mitgliederstaaten zur Mitarbeit bereit seien.

Die Landwirtschaft, die Aufzucht und Fischhaltung stellten einen wichtigen Faktor auf dem Arbeitsmarkt dar. Für die nächsten beiden Jahre erhoffe sich die Delegation des Heiligen Stuhls noch mehr Unterstützung für das Handwerk. Wichtig sei der Abbau der Armut im landwirtschaftlichen Sektor. Die in der Landwirtschaft tätigen Familien bedürften mehr Hilfe durch Kooperativen und Verbände.

Begleitend müsse die Politik das Programm unterstützen, indem auf internationaler Ebene entsprechende Strukturen geschaffen würden. Im Zentrum des Interesse müsse die Gesundheit der Bevölkerung stehen. Der Verschwendung von Lebensmitteln müsse entgegengearbeitet werden.

Ein weiterer Punkt, den Msgr. Luigi Travaglino ansprach, bezog sich auf den solidarischen Handel. Die menschliche Person müsse im Vordergrund stehen, nicht Produktion und Handel. In diesem Zusammenhang müßten auch das ökologische Bewußtsein und der verantwortungsvolle Umgang der Menschen mit der Natur und ihren Ressourcen gestärkt werden.

Obgleich mehr Lebensmittel als benötigt in den Vereinten Nationen produziert würden, litten dennoch nach wie vor Millionen von Menschen an Hunger. Es sei grundlegend, zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser, zu unterscheiden. Hier sei ein verantwortliches Handeln seitens der Politik gefragt.

Die Weltwirtschaftskrise mache die Bedeutung der Landwirtschaft als Wirtschaftskraft deutlich. Eine zu starke Kommerzialisierung könne eine Gefahr darstellen, und zwar dann, wenn allein der Profit im Vordergrund stehe. Daraus resultierende Preisschwankungen führten zu einer erneuten Verschlechterung der Versorgungssituation mit Nahrungsmitteln. Es sei Aufgabe der Politik, die entsprechenden Weichen zu stellen.

Abschließend betonte Msgr. Luigi Travaglino, dass die Delegation des Heiligen Stuhls eine ethische Sicht auf die Zukunft notwendig halte. Ausgangspunkt jeder Entscheidung müsse die Solidarität sein. Nur so sei eine gerechte und friedliche Entwicklung möglich.