Msgr. Nykiel: Die barmherzige Liebe Gottes wiederentdecken

Interview mit dem Regenten des Dekrets der Ablasserteilung zum 28. Weltjugendtag

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 448 klicks

Anlässlich der Veröffentlichung des Dekrets der Ablasserteilung zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro vom 22. bis zum 28. Juli führte Radio Vatikan (9. Juli) ein Interview mit dem Regenten der Apostolische Pönitentiarie, Msgr. Krzysztof Nykiel. Nykiel sagte, es gehe insbesondere darum, dass die Jugend die barmherzige Liebe Gottes entdecke.

Bezüglich des Unterschiedes zwischen einem vollkommenen Ablass und einem Teilablass, erklärte Nykiel, dass zunächst einmal eine vollständige Loslösung von der Sünde erfolgen müsse, die mit einer ehrlich gemeinten Reue einhergehen müsse. Sollte diese vollkommene Loslösung und die damit verbundene Reue nicht vollzogen werden, könne nur ein Teilablass, kein vollkommener Ablass gewährt werden. Hinzu komme, dass der Gläubige die drei Punkte Beichte, Kommunion und Gebet im Sinne des Papstes befolgen müsse: Zu jedem Gebet gehöre das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und Anbetungdas Gebet zur Jungfrau Maria. Der Unterschied zwischen dem vollständigen und dem anteiligen Ablass bestehe vor allem in der inneren Einstellung des Gläubigen: ob er sich vollkommen oder nur zum Teil von allen Sünden befreielöst.

Nykiel zeigte sich überzeugt davon, dass das spezielle Konzept des Ablasses den jungen Menschen helfen könne, ein größeres Vertrauen in der Hinwendung zum Sakrament der Auferstehung zu entwickeln. So habe der Papst an verschiedenen Stellen seiner Ansprachen dazu aufgerufen, keine Angst davor zu haben, den Herrn um Vergebung zu bitten und in die Barmherzigkeit der Liebe Gottes zu flüchten. Besonders die Jugendlichen unserer Zeit seien unentwegt den Verführungen der Sünde ausgesetzt, und so sei es umso wichtiger, dass die Möglichkeit bestehe, sich davon gänzlich frei zu machen. Der Weltjugendtag könne zu einer Wiederentdeckung des Bußsakramentes führen. Es handle sich um ein Sakrament, dass eine hohe therapeutische und heilende Wirkung habe und den Jugendlichen dabei helfen könne, dem richtigen Weg zu folgen. Die Kirche schicke die jungen Katholiken mit der Botschaft auf den Weltjugendtag, mit ihren persönlichen Stärken die Freude über die Begegnung mit dem auferstandenen Christus zu verkünden. Sie mögen über dem Schlechten und der Sünde der Welt stehen.

Bezüglich der Kritik und Skepsis, die bezüglich der Ablässe geäußert werde, antwortete Nykiel, die Aufgabe der Kirche bestehe in der Verkündung der barmherzigen Liebe Gottes, der Rettung, womit der Ablass in engem Zusammenhang stündestehe. Der Ablass sei nichts anderes als der Erlass des Kummers über die Sünden, die ein gläubiger Mensch begangen habe. Man solle demnach von diesem großen Geschenk der Gnade, das aus dem mütterlichen Herzen der Kirche komme, profitieren. Der Ablass sei eine konkrete Offenbarung der göttlichen Barmherzigkeit, die bei denjenigen, die es erhalten, nur und ausschließlich positive Auswirkung habe, so Nykiel, der abschließend fragte, warum man dann davon nicht auch profitieren sollte.