München-Freising: Deutlich gestiegene Beteiligung bei Pfarrgemeinderatswahlen

16,1 Prozent der Katholiken gehen zur Wahl / Jeder dritte Gewählte ist neu im Amt

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 276 klicks

Die Wahlbeteiligung an den Pfarrgemeinderatswahlen ist in der Erzdiözese München und Freising deutlich gestiegen: 16,1 Prozent der rund 1,6 Millionen wahlberechtigten Katholiken gaben bei den Wahlen am Sonntag, 16. Februar, ihre Stimme ab. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als bei den Wahlen vor vier Jahren. Rund 6.000 Männer und Frauen werden in den kommenden vier Jahren als gewählte Mitglieder der Pfarrgemeinderäte die Seelsorge in den Pfarreien mitgestalten und sich gesellschaftspolitisch engagieren. Nach wie vor stammen die meisten Gewählten aus der Altersgruppe zwischen 46 und 55 Jahren. Der Frauenanteil ist um 1,9 Prozentpunkte auf 61,2 Prozent leicht gestiegen. 36,5 Prozent der Gewählten sind erstmals Mitglied im Pfarrgemeinderat. Die Wahlen standen unter dem Motto „Meine Stimme. Für Gott und die Welt“.

Der Vorsitzende des Diözesanrats, Hans Tremmel, dankte den Neugewählten für ihre Bereitschaft zum Engagement: „Gerade in einer Gesellschaft der zunehmenden Individualisierung haben sie sich bereit erklärt, sich und ihre Zeit für die gemeinsame Sache ihrer Pfarrgemeinde einzusetzen. Mit ihrem Engagement, ihren Fähigkeiten und ihren Talenten halten sie die Kirche Jesu Christi lebendig und wirken positiv in die Gesellschaft hinein.“ Tremmel wünschte den neugewählten Pfarrgemeinderatsmitgliedern „den Mut und die Kraft, die es braucht, um ihre Stimme laut und klar in unsere Kirche und in diese Welt hinein vernehmbar werden zu lassen.“ Beeindruckt zeigte sich Tremmel von der hohen Zahl der Kandidaten. Fast 9.000 Männer und Frauen hatten sich zur Wahl gestellt. „Wir haben in unseren Pfarreien ein riesiges Potential, einen großen Reichtum an Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen“, so der Vorsitzende: „Die Pfarrgemeinderatswahlen zeigen auch, welch hohen Stellenwert das Ehrenamt in unseren Pfarreien besitzt.“

Das Plus in der Wahlbeteiligung ist auch darauf zurückzuführen, dass in der Erzdiözese erstmals die Möglichkeit bestand, die Wahl als Allgemeine Briefwahl durchzuführen, bei der alle Wahlberechtigten die notwendigen Unterlagen zugestellt bekamen und dann ausschließlich per Brief wählen konnten. In den Pfarreien, die sich für die Allgemeine Briefwahl entschieden, lag die Wahlbeteiligung bei 29,4 Prozent. „Ich freue mich, dass dieses neue Angebot so gut angenommen wurde und dass wir damit die Pfarreien dabei unterstützen konnten, die Wahlberechtigten noch besser anzusprechen“, erklärt Tremmel: „Mein besonderer Dank gilt auch den vielen Ehrenamtlichen, die beim Verteilen der Briefwahlunterlagen oder bei anderen Aufgaben im Zusammenhang mit den Pfarrgemeinderatswahlen geholfen haben.“ Dieses große Engagement vor Ort trage dazu bei, viele Gläubige zur Stimmabgabe zu bewegen, erläutert Tremmel: „Die in vielen Pfarreien gestiegene Wahlbeteiligung bedeutet auch einen Motivationsschub für die neuen Mitglieder in den Pfarrgemeinderäten.“

Gewählt wurde in 740 von den 748 Pfarreien des Erzbistums. In den fünf Krankenhauspfarreien gibt es keine Pfarrgemeinderäte, in zwei Pfarreien musste die Wahl verschoben werden, weil noch nicht genügend Kandidaten gefunden werden konnten, in einer Pfarrei findet aufgrund der geringen Katholikenzahl keine Wahl statt.

Von den 740 Pfarrgemeinden, in denen gewählt wurde, waren am Montagmittag 723 bereits ausgezählt. In diesen Pfarreien gingen 241.129 Katholiken zur Wahl, das sind rund 80.000 mehr als vor vier Jahren. 5.649 Frauen und Männer wurden in die Pfarrgemeinderäte gewählt. 9,3 Prozent der Gewählten sind zwischen 16 und 25 Jahre alt, 9,8 Prozent zwischen 26 und 35, 23,6 Prozent zwischen 36 und 45, 33,0 Prozent zwischen 46 und 55, 17,3 Prozent zwischen 56 und 65, 7,0 Prozent sind älter als 65 Jahre. Die Wahlbeteiligung liegt in der Seelsorgsregion München bei 8,7 Prozent, in der Seelsorgsregion Nord bei 22,1 Prozent, in der Seelsorgsregion Süd bei 20,4 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung in einer Pfarrei erreichte die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Ettal, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, mit 67,1 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Ebersberg mit 26,7 Prozent.

Auch die Gemeinderäte in den 25 muttersprachigen Gemeinden des Erzbistums wurden gewählt. Die etwa 250.000 muttersprachigen Katholiken in der Erzdiözese hatten zusätzlich zum Wahlrecht in ihrer Pfarrei das Wahlrecht in ihrer muttersprachigen Gemeinde. Mehr als 4.000 von ihnen gingen zur Wahl.

Gewählt wurden, je nach Größe der Pfarrei, zwischen vier und zwölf Mitglieder für den Pfarrgemeinderat. Weitere Mitglieder können nach der Wahl berufen werden, um bestimmte Gruppen oder Themen zu vertreten, beispielsweise die Jugend oder die Erwachsenenbildung. Katholiken ab 14 Jahren waren wahlberechtigt, Katholiken ab 16 Jahren wählbar.

Der Pfarrgemeinderat berät und unterstützt die Priester und pastoralen Mitarbeiter bei der Seelsorge, etwa bei der Planung der Gottesdienste oder bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung. In allen gesellschaftspolitischen Fragen entscheidet und handelt der Pfarrgemeinderat eigenverantwortlich, so bei Aufbau und Durchführung von Nachbarschaftshilfen, bei der Gestaltung von Erwachsenenbildungsangeboten, im Engagement für die Entwicklungszusammenarbeit und für die Bewahrung der Schöpfung. (gob)

Hinweis:

Weitere Informationen und detaillierte Zahlen zu den Pfarrgemeinderatswahlen, auch nach Pfarreien und Dekanaten aufgeschlüsselt, sind unter www.erzbistum-muenchen.de/pfarrgemeinderatswahl zu finden.

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)