München: Neuer digitaler Lesesaal im Archiv des Erzbistums

Rund fünf Millionen Dokumentenseiten werden Archivnutzern digital zur Verfügung gestellt

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 292 klicks

Den neuen digitalen Lesesaal des Archivs des Erzbistums München und Freising hat der Generalvikar des Erzbischofs, Peter Beer, am Montag, 18. November, eröffnet und gesegnet. Den Nutzern des Archivs werden im Lesesaal rund fünf Millionen Dokumentenseiten digital zur Verfügung gestellt, darunter historische Tauf-, Trauungs-, Sterbe- und Familienbücher vom Jahr 1576 an, der gesamte Nachlass von Kardinal Michael Faulhaber aus den Jahren 1917 bis 1952 inklusive der erst seit kurzem zugänglichen Besuchstagebücher und mehr als 1.100 Bände mit Sitzungsprotokollen aus den Leitungsgremien der heutigen Erzdiözese München und Freising von 1585 bis zum Zweiten Weltkrieg.

„Die Kirche war und ist einer der wichtigsten Kulturträger unserer Gesellschaft“, betonte Generalvikar Beer in seiner Ansprache zur Eröffnung des Lesesaals. Damit dies auch weiterhin so bleibe, sei es notwendig, die Kommunikationskanäle denen der modernen Zeit anzupassen und mit ihnen Schritt zu halten: „Als Kirche müssen wir diese Entwicklungen gestalten und daran teilnehmen.“ Daher dankte er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs dafür, dass sie für viele Entwicklungen Vorreiter seien, zum Beispiel „was den Umfang und die Vielfalt der nun im Lesesaal digital dargebotenen Archivalien betrifft“. Zusammen mit dem stark ausgebauten Informationsangebot des Archivs sei der digitale Lesesaal „ein wichtiger Schritt dazu, möglichst vielen Menschen den Zugang zum schriftlichen Kulturerbe der Kirche zu erleichtern und ihnen damit eine positive Begegnung mit der Kirche zu ermöglichen“.

Von einem „historischen Tag für das Archiv des Erzbistums“ sprach Peter Pfister, Leiter des Archivs: „Ich freue mich, dass wir heute mit der Inbetriebnahme des renovierten Lesesaals die Ergebnisse langjähriger Arbeit auf vielen Gebieten sichtbar machen können.“ Bis ins Jahr 2000 reichten die Vorüberlegungen für den digitalen Lesesaal zurück, seit 2008 liefen die konkreten Vorarbeiten, erläutert Pfister. Ziel sei es gewesen, die veraltete und störungsanfällige Technik der Vorlage reproduzierter Archivalien in Form von Mikrofiches oder Mikrofilm durch eine digitale Präsentation abzulösen. „Ich denke, nach der unumgänglichen Eingewöhnungsphase werden unsere Nutzer freudig feststellen, dass sich der Nutzungskomfort deutlich verbessert hat“, so Pfister weiter. Viele Bestell- und Aushebevorgänge könnten in Zukunft wegfallen, die Kopienbestellung sei vereinfacht, Ausdrucke aus den digitalisierten Beständen könnten direkt mitgenommen werden.

An zwölf Bildschirmen werden die rund fünf Millionen Dokumentenseiten im Lesesaal zugänglich sein, dazu umfassende archivische und bibliothekarische Informationen wie Findbücher zu den Beständen des Archivs, der Online-Katalog der Dombibliothek Freising und der Bibliothek des Metropolitankapitels München sowie einige digitalisierte Raritäten aus beiden Bibliotheken, dazu Nachschlagewerke und Hilfsmittel. Untergebracht ist der Lesesaal des Archivs in der ehemaligen Sakristei der Karmeliterkirche in der Münchner Karmeliterstraße, die im 18. Jahrhundert ausgestattet wurde. Im Zuge der Umstellung auf den digitalen Lesesaal wurden Wände und Decke gereinigt und Schäden ausgebessert, auch wurden Möblierung und Beleuchtung erneuert. (gob/kbr)

(Dieser Text wurde der Webseite des Erzbistums München und Freising entnommen)