Münchner Kirchenzeitung aus 100 Jahren digital zugänglich

100.000 Seiten dokumentieren ein Jahrhundert Kirchengeschichte im Erzbistum München und Freising

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 325 klicks

Das Archiv des Erzbistums München und Freising stellt alle Ausgaben der Münchner Kirchenzeitung aus mehr als 100 Jahren in digitaler Form für die Forschung zur Verfügung. 108.617 Seiten sind ab Montag, 30. Juni, im Lesesaal des Archivs in Form von gut lesbaren Scans an Bildschirmen zugänglich. Sie erweitern das Angebot im digitalen Lesesaal, der im November 2013 neu eingerichtet wurde und bisher rund fünf Millionen digitalisierte Seiten von Archivalien präsentiert, von den historischen Tauf-, Trauungs- und Sterbebüchern aller Pfarreien des Erzbistums bis hin zu den erst kürzlich zugänglich gewordenen Besuchstagebüchern des Erzbischofs Michael Kardinal von Faulhaber. 

Seit über einem Jahrhundert dokumentiert die Münchner Kirchenzeitung das kirchliche Leben in der Erzdiözese und ist damit eine zentrale historische Quelle für eine Vielzahl wissenschaftlicher Fragen. In jüngerer Zeit interessierte sich die Forschung insbesondere für die Berichterstattung der Kirchenzeitung über das Zweite Vatikanische Konzil und die nachkonziliaren Veränderungen in der Kirche. Aber auch für die Jahrzehnte vor 1940 sind die Ausgaben der Kirchenzeitung eine wichtige Informationsquelle, da die Akten des Erzbischöflichen Ordinariats aus dieser Zeit im Krieg zerstört wurden, ebenso für das Wirken der Erzbischöfe und Kardinäle Julius Döpfner, Joseph Ratzinger und Friedrich Wetter, da die Akten aus diesen Amtszeiten noch nicht zugänglich sind.
 
Die erste Ausgabe der Münchner Kirchenzeitung erschien am 5. Januar 1908 unter dem Titel „Wochenblatt für die katholischen Pfarrgemeinden Münchens“, seit 1919 lautete der Titel „Münchener Katholische Kirchenzeitung“, seit Oktober 1991 kurz „Münchner Kirchenzeitung“. Nur in der Zeit des Nationalsozialismus konnte die Bistumszeitung von April 1940 bis zur ersten Nachkriegsnummer vom 16. September 1945 nicht erscheinen. (gob) 
 
Hinweis:
Der Lesesaal des Archivs (München, Karmeliterstraße 1, Eingang Pacellistraße) ist montags und dienstags sowie donnerstags und freitags von 9 bis 16.30 Uhr, mittwochs von 9 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet.

(Quelle: Webseitedes Erzbistums München und Freising, 27.06.2014)