Museum des Konvents der Frati Minori Cappuccini in Rom eingeweiht

Das Museo dei Cappuccini an der Via V. Veneto

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Rom, 29. Juni 2012 (ZENIT.org). - „Aber es gibt auch Ausdrucksformen der Kunst, die wahre Wege zu Gott, der höchsten Schönheit, sind und sogar helfen, in der Beziehung zu ihm und im Gebet zu wachsen. Es handelt sich um Werke, die aus dem Glauben entstanden sind und den Glauben ausdrücken.“ (Papst Benedikt XVI. während der Generalaudienz am 31. August 2011)

Fast 500 Jahre Ordensgeschichte der Kapuziner, ihre Ordensheiligen und Spiritualität werden anhand bedeutender Exponate – darunter auch Caravaggios „Der heilige Franziskus meditierend“ in dem am 26. Juni eröffneten Museum der Frati Minori Cappuccini illustriert. Das Museum versteht sich nicht nur als Kunst erhaltende Institution, sondern will mit Ausstellungen, kulturellen Veranstaltungen und spirituellen Anregungen auch ein Diskussionsforum bilden.

Die insgesamt acht Ausstellungsräume sind nach thematischen Gesichtspunkten geordnet. Der Rundgang beginnt mit der Geschichte des Konvents, dessen Bau im Auftrag der Familie Barberini 1626 begonnen und 1631 fertiggestellt worden ist. Zu dem Komplex, der von dem Architekten Fra Michele da Bergamo entworfen wurde, gehört auch die der „Immacolata Concezione“ geweihte Kirche.

Die Darstellung der Geschichte des Ordens erfolgt anhand von Archivdokumenten, Portraits, vertiefenden Informationen über die Ordensheiligen und die in der römischen Provinz angesiedelten Kapuzinerkonvente im folgenden Ausstellungsabschnitt. Die dritte Sektion ist dem Thema der Spiritualität gewidmet, das am Beispiel ausgewählter Ordensheiliger – beispielhaft seien der heilige Felice da Cantalice, der heilige Crispino da Viterbo, der heilige Giuseppe da Leonessa, aber auch zeitgenössische Ordensangehörige wie der heilige Pio da Pietrelcina genannt - erläutert wird. Den größten Teil der Ausstellung bilden die liturgischen Gewänder und Gegenstände sowie Alltagsutensilien, die die Ordenskultur und -spiritualität der Kapuziner dokumentieren. Protagonist des fünften Ausstellungsabschnitts ist der heilige Franziskus. Anläßlich der Ausstellung ist die Darstellung des Heiligen von Caravaggio zu sehen, die von dem Künstler im Auftrag des Konvents für die Kirche der Kapuziner erstellt wurde. Wie Claudio Strinati feststellt, „beschäftigt sich Caravaggio zeitlebens in einer Reihe von Arbeiten mit der Figur des heiligen Franziskus.“
In den beiden folgenden Stationen des Rundgangs werden die Kapuziner im 20. Jahrhundert, unter besonderer Berücksichtigung von Pater Mariano da Torino, und die Kapuziner in der Welt vorgestellt: die Exponate legen Zeugnis der spirituellen, kulturellen, missionarischen und künstlerischen Aktivitäten des Ordens im 20. Jahrhundert ab.
Der Rundgang schließt mit einer Einführung zur Besichtigung der Krypta, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. In den fünf unterirdischen Kapellen befinden sich die Knochen circa 4.000 Franziskaner, deren sterbliche Überreste auf kunstvolle Weise in die Raumdekoration eingefügt wurden. Die Kryptaausstattung symbolisiert die christliche Interpretation des irdischen Lebens und des Glaubens an die Wiederauferstehung.

„Die Kunst ist fähig, das Bedürfnis des Menschen, das Sichtbare zu überschreiten, auszudrücken und sichtbar zu machen und den Durst und die Suche nach dem Unendlichen zu offenbaren“, wie Papst Benedikt XVI. während der Generalaudienz am 31. August 2011 äußerte.

Weiterführende Informationen zum „Museo dei Cappuccini“ können dieser Seite entnommen werden. [bd]