Musical über Maria, die Mutter Jesu, wird im Vatikan uraufgeführt

Highlights der ungebrochenen Bedeutung der Gottesmutter in der Geschichte

| 1076 klicks

ROM, 11. Juni 2008 (ZENIT.org).- Am 17. Juni wird im Vatikan das Musical „Maria von Nazareth: Eine Geschichte, die weitergeht" uraufgeführt werden. Danach soll eine Europa-Tournee erfolgen. Das Musical über die Jungfrau Maria und ihre bleibende Rolle in der Geschichte hat die Förderung mehrerer Vertreter und Einrichtungen des Vatikans gefunden.

Das Vatikanische Staatssekretariat, der Päpstliche Rat für die Kultur und der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel haben gemeinsam mit dem Senat der Republik Italien, der Region Latium und der Stadt Rom sowie der Region Kalabrien das Patrozinium übernommen. Autorin und Regisseurin des Musicals ist Maria Pia Liotta. Die Musik wurde von Stelvio Cipriani komponiert, und die Hauptrolle spielt Sopranistin Alma Manera. Darüber hinaus sind rund 40 Schauspieler, zwölf Ballett-Tänzer und das Orchester des Kalabrischen Theaters „Francesco Cilea" beteiligt.

Die Initiative wurde gestern, Dienstag, im Vatikanischen Pressebüro in Gegenwart von Erzbischof Claudio Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, und Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, vorgestellt.

„Wir sind uns alle bewusst, dass Maria sich durch ihre Rolle im Leben Christi und im Leben der Kirche auszeichnet, aber es freut mich, hervorheben zu können, dass sie uns das Wort Gottes vorstellt und vermittelt, das unter den Menschen Fleisch angenommen hat“, erklärte Erzbischof Celli. „Das ist der Grund, warum mir der Titel des Werkes ‚Eine Geschichte, die weitergeht’ gefällt.“ Sein Dikasterium sei froh darüber, das Werk unterstützen zu können. Die Jungfrau Maria erfülle auch heute noch die entscheidende Aufgabe, „ihren Sohn den Menschen nahe zu bringen".

Das neue Musical erzähle die Geschichte von Maria als Tochter, Ehefrau und Mutter, ohne die Heilige Schrift zu verfälschen, „allerdings mit einer ausgeprägten poetischen Note". Es versuche, Maria als „ideale Brücke zwischen gestern, heute und immer“ zu zeigen, eben „als eine Geschichte, die weitergeht“, wie die Produzenten erklärten.

Pater Stefano Di Fiores, ein mariologischer Theologe, beleuchtete im Rahmen der Presskonferenz den doktrinären Inhalt des Musicals. Er betonte, dass es viele Wege gebe, um zu erkennen, wer Maria seo und wie sie in einem Musical dargestellt werde. „Maria ist tatsächlich die berühmteste Frau der Geschichte... Sie hat mit ihrer Person nicht nur die Kunst bereichert, sondern sie hat auch so viele Menschen inspiriert", so der Priester. „Sogar die Medien haben sich dem marianischen Thema geöffnet, auch wenn sie es zunächst als Andachtsform gesehen haben.“ Im Letzten werde Maria „als eine sehr lebendige, von den Menschen viel geliebte Gestalt“ betrachtet; als eine Frau, die Sorgen, Leiden und Hoffnungen so vieler Frauen auf der ganzen Welt teile, besonders in der katholischen, aber auch in der muslimischen Welt.

Die Verehrung der Jungfrau Maria sei gewissermaßen eine geteilte, ein „Begegnungspunkt aller Religionen - denn Maria stelle nicht nur einen Punkt in der spirituellen Geschichte Israels dar, sondern auch in der Weltgeschichte. „Wenn wir uns fragen, wie wir einem Gott antworten sollen, der sich selbst offenbart, können wir nicht umhin, zu Maria zu gehen, die ein Vorbild im Islam ist, ein Beispiel für die Armen des Herrn, ein Beispiel vollkommener Selbsthingabe an diesen Gott, der sich selbst offenbart."

P. Di Fiores schlug in diesem Zusammenhang, die Enzyklika Spe Salvi mit neuen Augen nocheinmal zu lesen. Benedikt XVI. weise nämlich darauf hin, dass die Jungfrau Maria der aufleuchtende „Stern der Hoffnung" sei, der das Licht Christi reflektiere; diejenige, die „die mit ihrem Ja Gott selbst die Tür geöffnet hat in unsere Welt" (49).

In seinen Erläuterungen zum Musical über die Muttergottes erklärte P. Di Fiores, dass die Schauspielerin Maria Pia Liotta mit äußerster Sensibilität die Notwendigkeit aufgegriffen habe, „die Figur der Jungfrau näher an unsere Zeit heranzubringen, indem sie ihr historisches Bild der bescheidenen jüdischen Frau darstellt". Das Musical „trivialisiert“ Maria nicht, fügte P. Di Fiores hinzu. Dem Publikum werde vielmehr Gelegenheit gegeben, „ihr Geheimnis als Frau wahrzunehmen, einer Frau, die ihr Leben im Rhythmus Gottes und seines Wortes gestaltete“.