Muslimische Welt zeigt sich beeindruckt von Franziskus

Interview mit Foad Aodi, Gründer der Vereinigung "Unite per unire"

Rom, (ZENIT.org) H. Sergio Mora | 387 klicks

Im Rahmen der Feierlichkeiten des Festes „Eid-al-Adha“ („Opferfest“, auch bekannt unter dem Namen „Eid-al-Kabir“: das große Fest) zum Gedenken an Abrahams Opferung eines Widders veranstaltete die italienische Gemeinschaft muslimischer Immigranten am Samstag, dem 19. Oktober 2013, einen Kongress zum Zeichen des Dankes an den Heiligen Vater Franziskus.

Angesichts dieser Geste der Offenheit für den interreligiösen Dialog zwischen Katholiken und Muslimen führte ZENIT ein Interview mit dem italienischen Arzt palästinensischen Ursprungs Faod Aodi, dem Gründer von „Uniti per unire“ (Vereint sein, um zu vereinen), einer der an dem Ereignis teilnehmenden Organisationen.

Aodi charakterisierte die Rahmenbedingungen der Veranstaltung mit folgenden Worten: „Wir haben gemeinsam ein Fest, einen Kongress zum Gespräch über interreligiösen Beziehungen vorbereitet. Dabei leisteten mehrere Persönlichkeiten Redebeiträge.“ Über seine besondere Nähe zu Papst Franziskus sprechend, führte er aus: „Seit dem Antritt seines Pontifikates erschien Franziskus mir als eine sehr wichtige Figur für uns und für zahlreiche Mitglieder der arabischen Gemeinschaft. Wir betrachten ihn als Sinnbild, er setzt viele positive Handlungen.“ Daraus entstand der Wunsch der muslimischen Gemeinschaft, im Rahmen eines Zusammentreffens „Papst Franziskus zu danken und ihm zu sagen, dass er auf seinem Weg nicht alleine ist.“

Die Tagung zum Thema “Feste religiose, la conoscenza culturale e il cambiamento con Papa Francesco” (Religiöse Feste, kulturelles Wissen und Wandel mit Papst Franziskus). Laut Aodi habe der Dialog zwar schon zuvor existiert, habe nun jedoch mutigere Töne und eine konkretere Ausrichtung angenommen. An der Durchführung des Kongresses hätten sich neben „Uniti per unire“ und der „Comunità del Mondo Arabo in Italia“ (Co-mai) (Gemeinschaft der arabischen Welt in Italien) mehrere Bewegungen beteiligt. Ferner sei er in Zusammenarbeit mit Exponenten des Laientums und des Ordenslebens entstanden, „deren Ziel es ist, die Mauer der Angst und der Vorurteile durch die Auseinandersetzung mit religiösen und kulturellen Fragen zum Einsturz zu bringen.“

Unter den Anwesenden befanden sich zahlreiche Entscheidungsträger von Vereinigungen und Gemeinschaften, ebenso wie die neue Botschafterin der Palästinensischen Autonomiebehörde (PNA) Mai al-Kalia. Diese habe Aodi zufolge „dem Publikum für den herzlichen Empfang gedankt und um eine Schweigeminute zum Gedenken der Opfer des Schiffsunglücks vor Lampedusa gebeten.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erinnerte der Gründer von „Uniti per unire“ an die „von Papst Franziskus für den Frieden in Syrien und in der Welt einberufene Fasten- und Gebetswache.“ Diese habe „zutiefst berührt“. Aodi ergänzte: „Auch wir haben sie am Petersplatz miterlebt.“

Foad Aodi fand Worte der Anerkennung für die jüngste Begegnung des Heiligen Vaters mit dem Präsidenten Palästinas Abu Mazen: „Die gesamte arabische Welt schätzt den von Papst Franziskus gewählten Kurs und würde sich freuen, ihn in Palästina willkommen zu heißen, sodass eine Veränderung im Friedensprozess konkretisiert werden kann.“

„Sämtliche Beiträge an der Tagung seitens der muslimischen Gemeinschaft betonten die Bedeutung der Einheit und des Einsatzes aller zugunsten des kulturellen Wissens, des interreligiösen Dialoges und der Unterstützung des von Papst Franziskus eingeschlagenen Weges“, so Foad Aodi abschließend.