Mut zur Versöhnung: Benedikt XVI. empfängt neuen Vatikan-Botschafter der Republik Serbien

Ansprache des Papstes anlässlich der Übergabe der Beglaubigungsschreiben

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ROM, 21. Februar 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. wies heute, Donnerstag, beim Empfang des außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters der Republik Serbien beim Heiligen Stuhl, Vladeta Jankovic, im Vatikan auf die Notwendigkeit hin, den Mut aufzubringen, zu vergeben und Vergebung, die einem gewährt wird, wirklich anzunehmen.



Die Kraft zu diesem Schritt sowie „zur Versöhnung mit unseren Nachbarn und zum gemeinsamen Aufbau einer Zivilisation der Liebe, in der alle akzeptiert sind und geachtet werden“, entspringe der bewussten Entscheidung, aus jenen Werten heraus zu leben, die im christlichen Erbe wurzeln. „Ohne die Nahrung, die aus dem lebendigen Glauben kommt, verarmt die Kultur erbärmlich und die Aussichten auf eine echt humane Zivilisation schwinden dahin.“

Der Bischof von Rom rief mit Blick auf die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos am vergangenen Sonntag erneut zu Besonnenheit und Mäßigung auf und bekräftigte, dass man nach Lösungen Ausschau halten müsse, die zur Förderung des gegenseitigen Respekts und zu Versöhnung beitrugen. Der Heilige Stuhl werde sich seinerseits weiterhin darum bemühen, zum Aufbau „einer Zukunft des Friedens, des Wohlergehens, der Versöhnung und der friedlichen Koexistenz“ in der gesamten Region beizutragen.

„Es gibt keine gerechte Staatsordnung, die den Dienst der Liebe überflüssig machen könnte“, bekräftigte Benedikt XVI. mit Worten seiner ersten Enzyklika Deus caritas est (28). „Diejenigen, die Christus folgen, sind dazu berufen, diesen Dienst der Liebe all ihren Brüdern und Schwestern unterschiedslos anzubieten: Nur auf diese Weise können lang anhaltende Spannungen im Letzten beigelegt werden.“

Was den ökumenischen und den interreligiösen Dialog betrifft, komme Serbien aufgrund seiner geographischen Lage eine Vorreiterrolle zu, hob der Papst hervor. Dies sei von „größter Bedeutung“, wenn es darum gehe, sich um mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Völkern und Nationen zu bemühen.

Benedikt XVI. würdigte auch den Einsatz zur Vertiefung der katholisch-orthodoxen Beziehungen. „Ich hoffe aufrichtig, dass diese positiven Entwicklungen weiterhin Früchte hervorbringen, insbesondere durch die gemeinsame Erkundung der christlichen Soziallehre, und in dieser Hinsicht blicke ich dankbar auf den Empfang zurück, der Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, bei seinem letzten Besuch an der orthodoxen Theologischen Fakultät zuteil wurde.“

In besonderer Weise würdige der Papst das Engagement der Republik Serbien, der Religionsfreiheit zum Durchbruch zu verhelfen. In einer Gesellschaft, die von Frieden und Harmonie geprägt ist, sei sie ein „unerlässliches Element“. Und direkt an Botschafter Jankovic gewandt, fuhr Papst Benedikt fort: „Das Vorhaben, Kirchen und religiösen Gemeinschaften jene Besitztümer zurückzuerstatten, die von der jugoslawischen Föderation verstaatlicht wurden, und die Einführung von Religionsunterricht an den Schulen haben zu einer spirituellen Erneuerung Ihres Landes beigetragen, und in dieser Hinsicht ist ein wichtiges Beispiel gegeben worden, von dem andere Regierungen lernen können.“

Abschließend äußerte der Heilige Vater seine Hoffnung, dass die guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Serbien weiter vertieft würden.