Mutiges Zeugnis: Kardinal Bertone empfiehlt kubanischen Studenten, den Rosenkranz zu beten

„Macht die Werte des Dialogs und der gegenseitigen Achtung, der Solidarität, der Freiheit und des Friedens... präsent“

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HAVANNA, 25. Februar 2008 (ZENIT.org).- Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone hat die kubanische Jugend dazu ermutigt, Christus mutig zu bekennen. „Folgt Jesus, worum immer er euch bittet“, rief er den Jugendlichen bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel zu.

Das Pontifikalhochamt stellte den Höhepunkt des vierten Besuchstages von Bertone dar, der sich bis morgen, Dienstag, im Gedenken an den historischen Besuch von Papst Johannes Paul II. vor zehn Jahren zu einer Pastoralreise auf Kuba aufhält. Mit einem Zitat des kubanischen Unabhängigkeitskämpfers und Nationalhelden José Martí betonte der Kardinal, die Gläubigen sollten „mit allen und für das Wohl aller“ zusammenarbeiten.

Am Samstag weihte der Kardinal ein Denkmal für Papst Johannes Paul II. in Santa Clara ein. Dort hatte der direkte Vorgänger von Benedikt XVI. seine erste heilige Messe auf kubanischem Boden zelebriert. Vor jungen Menschen, mit denen er zum Rosenkranzgebet zusammengekommen war, verwies Bertone auf die Bedeutung der Volksfrömmigkeit für den Zusammenhalt der Nation. Der Rosenkranz sei lebendiger Bestandteil des pilgernden Gottesvolkes auf Kuba; in der Vergangenheit sei dieses Gebet Kraftquelle für viele gewesen.

„Anlässlich des zehnten Jahrestages der Krönung von „Nuestra Señora de Cobre - Unserer Lieben Frau von Cobre“ als Königin und Schutzpatronin Kubas durch Papst Johannes Paul II. während seines Apostolischen Besuches dieser Nation haben wir uns hier versammelt, um bei diesem bedeutsamen Marienheiligtum den heiligen Rosenkranz zu beten“, mit diesen Worten eröffnete Kardinal Bertone seine Begegenung mit den Studenten.

„Wir tun es im Rahmen der Feierlichkeiten zum 400. Jahrestag der Erscheinung der Jungfrau“, so der Kardinal-Staatssekretär mit Verweis auf die Hintergründe der Marienverehrung auf Kuba, „bei der wir uns daran erinnern, wie sich die Liebe der Muttergottes diesem Land und ihren Kindern gezeigt hat, als drei junge Menschen ihr Bild in den Wassern des Meeres entdecken“.

Kardinal Bertone fuhr fort: „Heute sind wir uns der Anwesenheit von Maria in eurer Geschichte bewusst. Ihr heißt sie in euren Herzen willkommen - mit jenem Echo, das in den Worten des pilgernden Papstes noch immer widerhallt, der Sie eingeladen hat, sich nicht zu scheuen, Gott Ihre Herzen zu öffnen.“

Beim Beten des Rosenkranzes lerne man von Maria, die Schönheit des Antlitzes ihres Sohnes zu betrachten, erklärte Kardinal Bertone. „Und wir erleben die Tiefe seiner Liebe.“

Die Erneuerung der eigenen Berufungserfahrung sei „eine heilsame Kontemplation, Meditation und Gebet“, bemerkte er. Sie führe auch in das Herz des Geheimnisses vom Menschen ein, was besonders nützlich sei in einer Welt, „die manchmal von Lärm und Hektik regiert wird und von vielen Stimmen, die uns ablenken“.

Der Kardinal ermutigte die jungen Menschen zudem, sich „selbstlos, selbst auf Kosten von Opfern, für die Sache des Evangeliums einzusetzen“. Ihr Einsatz sollte besonders denen gelten, die es am meisten bedürften: „die Armen, die Marginalisierten, die Ausgeschlossenen, die Kranken und Ihre Gefährten, die bei vielen Gelegenheiten, gerade aufgrund ihrer Jugend, am meisten gefährdet sind“.

„Ihr seid die Stimme derer, die keine Stimme haben“, rief Kardinal den jungen Menschen zu. „Heute stehen wir vor neuen Herausforderungen, neuen und zahlreichen Problemen, und auch neuen Hoffnungen, vor allem in Bezug auf die Würde und die Grundrechte der Person.

Verteidigt das Leben von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende, und verkündet immer die Wahrheit. Die Wahrheit über die Ehe und die Familie, die einen unersetzlichen Wert für die gesamte Gesellschaft und auch Ihre Mitarbeiter hat.“

An die kubanischen Familien gewandt, erklärte Kardinal Bertone: „Macht die Werte des Dialogs und der gegenseitigen Achtung, der Solidarität, der Freiheit und des Friedens mit eurem Zeugnis präsent!" Und allen gab er den Rat: „Stellen Sie Ihre Pläne unter den Schutz Mariens. Sie begleitet Sie auf dem Weg der Evangelisierung als Mutter aller. Das kubanische Volk hat immer den Nutzen ihres mütterlichen Schutzes spüren können“, ehe er allen „der besonderen Nähe von Papst Benedikt XVI.“ versicherte in dessen Namen er den Anwesenden den Apostolischen Segen spendete.