Mutter- und Vaterschaft: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

| 585 klicks

WIEN, 10. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Über Mutter- und Vaterschaft geht es im folgenden Beitrag, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (01/2003) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Er will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



* * *

Opfer und großes Lebensglück

Opfer und großes Lebensglück: Dieses Wesen, diese Sehnsucht der Frau ist heute Angriffen ausgesetzt. Man spricht von der „Mutter-Rolle“, und die Fruchtbarkeit wird nicht selten als Makel, als Behinderung erlebt auf dem Weg der Selbstverwirklichung. Es gibt sogar den Ausspruch: die „Falle Mutterschaft“.

Natürlich kann nicht verschwiegen werden: Eine Mutterschaft ohne Opfer, ohne die Bereitschaft, das Leben einzusetzen, ist nicht möglich. Manchmal ist es Heldentum. Aber es ist auch großes Lebensglück. Wenn aus dem Einsatz von Müttern seelisch gesunde junge Menschen heranreifen, dann ist das ein schöner Lohn für Entbehrungen.

Wie sieht es nun mit den Vätern aus?

Papst Johannes Paul II. beschreibt im Apostolischen Schreiben „Über die Aufgaben der christlichen Familie in der Welt von heute“ (Familiaris consortio, 25) den Vater mit eindringlichen Worten, indem er betont, dass sein Platz in der Familie ist und für diese „von einzigartiger und unersetzlicher Bedeutung“.

Bewusste Entscheidung für Vatersein

Tatsächlich leben wir in einer Zeit, in der der Vater weniger als Leitbild denn als Feindbild erlebt und medial dargestellt wird. Viele Jugendliche haben ihn nie kennen gelernt oder selbst bei intakter Familie als großen Abwesenden erlebt. Dafür mag es viele Gründe geben. Es sprengt den Rahmen dieses Briefes, darauf näher einzugehen. Vielmehr sollen Aspekte gelingenden Vaterseins dargestellt werden.

Während die Frau von Natur aus dem Leben nähersteht und einen natürlichen Sinn für alles Lebendige hat, muss sich der Mann bewusst für sein Vatersein entscheiden, indem er das Kind annimmt Es ist ein anderes Ja als das der Frau. Der Mann muss das Ja vom Verstand und vom Willen her sagen: „Es ist gut, dass du da bist. Ich nehme dich an.“