Myanmar: Christen bitten um Rückgabe verstaatlichter Grundstücke und Schulen

Hirtenbrief des Erzbischofs von Yangon, Charles Maung Bo, zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Rom, (Fides) | 318 klicks

„Jesus hat nach seiner Taufe im Jordan seine Sendung begonnen. Als Nation dürfen auch wir heute eine neue Ära mit neuen Möglichkeiten beginnen. Jahrzehnte lang mussten wir leiden. Heute dürfen wir im Land eine wichtige Sendung ausüben“, so Erzbischof Charles Maung Bo von Yangon in einem Hirtenbrief zur „Woche der Einheit der Christen“. Damit sie ihre Sendung ausüben könnten, so der Erzbischof, bäten die Kirchen nun um die Rückgabe aller Grundstücke und Schulen, die in der Vergangenheit vom Militärregime beschlagnahmt worden seien.

Der Erzbischof zitiert das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus „Evangelii Gaudium“ und fordert dazu auf „die Welt mit den Augen der Armen und Schwachen zu sehen“: „Dies sind die birmanischen Flüchtlinge in Malaysia, Thailand und Indien. Unser Land ist ein Land mit drei Millionen Flüchtlingen, die unserer Fürsorge bedürfen“, so Erzbischof Bo. 

„Unsere jungen Menschen leiden unter modernen Formen der Sklaverei und werden Opfer von Prostitution und Zwangsarbeit“, so der Erzbischof weiter. „In vielen Dörfern und Städten gibt es keine jungen Menschen mehr: Sie wurden auf den Altären der Geldgier der Drogenhändler geopfert.“

Ausdrücklich betont der Erzbischof: „Wir fordern als Kirche die Rückgabe unserer Grundstücke und Schulen. Die Kirche hat im Bildungs- und Gesundheitswesen ausgezeichnete Arbeit geleistet. Viele Schulen in Myanmar wurden von Christen auf den Weg gebracht. Da sie unseren kostbaren Beitrag nicht anerkannten, haben Mitglieder des ehemaligen Regimes unser Eigentum und unsere Schulen verstaatlicht. Damit wir zur Entwicklung unsers Landes beitragen können, fordern wir die Rückgabe unserer Einrichtungen an die ursprünglichen Eigentümer.“

„Es gibt neue Hoffnung in Myanmar. Wir dürfen unserem Land gemeinsam dienen. Deshalb existiert die Einheit der Christen nicht nur in den Kirchen und in theologischen Texten, sondern auch im Dienst an einem neuen Myanmar“, so Erzbischof Bo abschließend. (PA)

(Quelle: Fides 20/1/2013)