Nächstenliebe ist nicht Proselytismus, sondern Bekenntnis des Glaubens

Erzbischof Chaput über die Identität der „Katholischen Sozialen Aktion“

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DENVER, Dienstag, 28. Juni 2011 (ZENIT.org).- Während der Vatikan die internationale karitative Organisation der Kirche, Caritas Internationalis, zu einer tieferen und besser sichtbaren katholischen Identität aufgerufen hatte, wurden Stimmen laut, dass laut der führenden Kirchenmänner die „Katholische Soziale Aktion“, wenn sie denn den Titel „katholisch“ trage, durchtränkt sein müsse mit Proselytismus.

Dies sei nicht so, bekräftigte Erzbischof Charles Chaput von Denver (Vereinigte Staaten) letzten Dienstag bei einem Treffen der Nationalen Vereinigung Katholischer Sozialarbeiter.

Auch wenn der 66- jährige Bischof seine Rede mit einer klaren Darlegung der katholischen Identität begann, unterstrich er, dass diese Identität nichts mit Nötigung der Hilfsbedürftigen zum Glauben zu tun habe.

„Alles im katholischen sozialen Arbeitsfeld beginnt und endet mit Christus“, betonte er. „Wenn dies nicht so ist, dann ist es nicht katholisch. Falls unsere soziale Aktion also nicht tief, treu und explizit katholisch ist in ihrer Identität, dann sollten wir aufhören, das Wort, ,katholisch‘ zu benutzen. Das ist ganz einfach“.

Der Erzbischof zeigte auf, dass die christliche Liebe immer ein materieller und ein religiöser Akt sei.

„Um authentisch christliche Liebe zu sein, muss sie frei und von dem Wunsch motiviert sein, die Liebe Gottes mit anderen zu teilen, neben dem Willen, materielle Hilfe zu leisten“, so unterstrich er.

„Die christliche Liebe erfordert es nicht, Proselytismus zu betreiben, dass wir mit lauter Stimme unter allen Umständen über unsere Liebe zu Christus und seine Liebe für uns sprechen“, bemerkte er.

„Manchmal ist es aus Klugheit weiser, das nicht zu tun. Außerdem sollte die christliche Wahrheit, auch wenn sie öffentlich bekannt wird, niemals unter Druck angeboten werden“.

„Wo es möglich und fruchtbar ist“, fügte er hinzu, „sollen die Werke christlicher Nächstenliebe klar unseren katholischen Glauben und unsere Liebe zu Christus ausdrücken“.

„Jeglicher katholischer sozialer Dienst sollte es neben der materiellen Hilfe ermöglichen, das Evangelium auch mit Worten zu bekennen, soweit die Klugheit es erlaubt“.

In jedem Fall „darf sich kein karitativer katholischer Arbeiter je im Sinne eines Proselytismus einsetzen. Er muss den Respekt vor der Freiheit des einzelnen verinnerlicht haben und sich von Demut und Gemeinsinn leiten lassen“.