Nachsynodales Schreiben Familiaris Consortio als bleibender Auftrag

Familien sind Subjekte der Pastoral und der Politik

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BONN, 12. Oktober 2011 (ZENIT.org/DBK). - Die bleibenden Botschaften und die Aktualität des Apostolischen Rundschreibens „Familiaris Consortio“ von Papst Johannes Paul II. hat eine Fachtagung des Familienbundes der Katholiken in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz erörtert. Dabei ging es um das nachsynodale Schreiben von Papst Johannes Paul II., das am 22. November 1981 unter dem Titel „Über die Aufgabe der christlichen Familie in der Welt“ veröffentlicht wurde. Dem Schreiben war eine Weltbischofssynode in Rom im Oktober 1980 vorausgegangen.

Den 30. Jahrestag der Veröffentlichung dieses noch immer von hoher Aktualität geprägten Textes hob die Präsidentin des Familienbundes, Elisabeth Bußmann, hervor und verwies auf das verbandlich organisierte gesellschaftliche Engagement von Familien. „‚Familiaris Consortio’ hat die Familien in für die damalige Zeit neuartiger Deutlichkeit dazu aufgerufen, sich selbst für ihre Belange zu engagieren. Darauf gründet der Familienbund sein Selbstverständnis“, so Bußmann. Pfarrer Dr. Thomas Roddey, Leiter des Bereichs Pastoral im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, wies darauf hin, dass es notwendig, aber auch lohnend sei, die Anliegen von „Familiaris Consortio“ nach dreißig Jahren in die Gegenwart zu transportieren. Weihbischof Dr. Heiner Koch, Mitglied der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, unterstrich die theologischen und pastoralen Anliegen des nachsynodalen Schreibens: „Die Ehe ist Ort der Gegenwart Gottes in seiner Kirche.“ Daher sei die zentrale Bedeutung von Ehe und Familie für die Kirche das treibende Anliegen von „Familiaris Consortio“. „Die Zukunft der Kirche“, so Weihbischof Koch, „wird in ‚Familiaris Consortio’ wesentlich mit der Zukunft der Familie verbunden.“ Der Text sieht deshalb die Familienpastoral als zentralen Bereich der Pastoral.

Vor dem Hintergrund dieses Anliegens wurde die aktuelle pastorale Praxis der Kirche erörtert. Prof. Dr. Bernhard Laux (Regensburg) stellte in seinem Vortrag heraus, dass es das Markenzeichen von „Familiaris Consortio“ sei, die Familien zu ermutigen und zu ermächtigen, sich nicht als Objekte, sondern als Subjekte sowohl von Familienpolitik als auch von Familienpastoral zu verstehen. Prof. Dr. Hans-Günter Gruber (München) wies auf die deutlichen Veränderungen der Lebensbedingungen von Familien hin, die sich in den 30 Jahren seit Veröffentlichung des Rundschreibens ergeben haben. Heute sei daher nicht weniger Entschiedenheit zur Ehe und der darauf gründenden Familie notwendig, sondern mehr. Gleichzeitg müsse auch die Wirklichkeit des Scheiterns in neuer Weise von der Kirche ernst genommen werden.

Unter der Grundthese, dass die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Leben der Familien immer zugleich die Arbeit des Familienbundes beeinflussen, führte Dr. Joachim Drumm, Mitglied des Präsidiums des Familienbundes, in die Überlegung zu den Konsequenzen für die Arbeit des Familienbundes ein. Deutlich wurde diesbezüglich im Verlauf der Tagung, wie sehr Familientheologie, Familienpastoral und familienpolitisches Engagement miteinander verbunden sind und für die kirchliche Familienarbeit der Zukunft auch miteinander vernetzt werden müssen. „Je mystischer wir sind, desto politischer werden wir sein“, lautete dementsprechend Drumms pointierte Schlussthese.