Naturkatastrophen: Menschen mit Behinderung werden doppelt so häufig Opfer

Gehbehindertes Kind aus Vietnam fordert von der UN stärkere Unterstützung

Köln, (ZENIT.orgMHD) | 462 klicks

Vom 19. bis 23. Mai findet in Genf die Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschen vor Katastrophen (Global Platform for Disaster Risk Reduction) statt. Einer der Teilnehmer ist der elfjährige Danh aus Vietnam. Der gehbehinderte Junge lebt mit seiner Familie in einem Dorf, das häufig überflutet wird. Malteser International hilft hier - wie in 46 anderen Dörfern der Region - die Katastrophenvorsorge zu verbessern. Danh wird den Vertretern von Regierungen und internationalen Hilfsorganisationen in Genf eines sehr eindringlich vor Augen führen: Menschen wie er, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, können zum Beispiel nicht aus Schutz vor schnell steigenden Wassermassen auf das Dach eines Hauses fliehen.

Laut Angabe der Global Platform über die Opferzahlen großer Katastrophen, wie dem Erdbeben und anschließendem Tsunami in Japan im Jahr 2011 oder dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010, sind Menschen mit Behinderung überdurchschnittlich häufig Opfer von Naturkatastrophen. Danh will helfen, das zu ändern. Er sagt: „Ich hatte Angst, als das Wasser in unserem Haus so schnell stieg und klammerte mich an meine Eltern. Wir behinderte Menschen müssen uns früher in Sicherheit bringen als andere. Daran müssen alle denken.“
 
Malteser International hat in Danhs Heimat 47 Dörfer in der Katastrophenvorsorge geschult. Mit Rettungsplänen, genauen Zuständigkeiten für die Alarmierung und der Ausbildung von Ersthelfern und anderen Maßnahmen wird den tödlichen Gefahren entgegengewirkt. Roland Hansen, Leiter Asien von Malteser International, sieht erste Erfolge: „Alle in den Dörfern machen mit bei der Katastrophenvorsorge. Auch Menschen mit Behinderung nehmen wichtige Funktionen ein, zum Beispiel bei der Alarmierung. Insgesamt ist der Zusammenhalt in den Dorfgemeinschaften gestärkt worden.“