Nein zu Militärschlag

Aufruf des Papstes für Frieden findet großen Beifall im Mittleren Osten

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 486 klicks

In mehreren Pressemitteilungen und Interviews ließen die Patriarchen und Hirten der Kirchen des mittleren Ostens verlauten, dass sie das Geschehen in Syrien vehement verurteilen und sich Papst Franziskus in seinem Aufruf während des Angelus‘ am vergangenen Sonntag zu Frieden in Syrien anschließen. Die Nachrichtenagentur Fides berichtet, der Aufruf des Papstes habe in den Herzen zu einem Durchbruch in jeder Form geführt, bei Bischöfen und einfachen Gläubigen. Die christlichen Gemeinschaften in Syrien, im Mittleren Osten und in der Diaspora seien glücklich, sich an dem Tag des Gebetes und des Fastens zu beteiligen.

Der maronitische Patriarch Beiruts – so Fides -, Kardinal Béchera RaÏ, stattete dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Youhanna Yazigi einen Besuch ab. Beide zeigten sich von dem Aufruf des Papstes „tief getröstet“. Sie sagten beide ihre Unterstützung zu und seien darin bemüht, ihre jeweiligen Gemeinschaften für das gemeinsame Beten zu sensibilisieren und baten „alle anderen Länder, sich für eine Lösung des Konfliktes mit Hilfe politischer, diplomatischer und pazifistischer Mittel einzusetzen.“ Für beide sei es vollkommen inakzeptabel, dass jemand das Leben der syrischen Bevölkerung zerstöre, und beide seien gegen jegliches militärisches Eingreifen von außen in Syrien, da der Krieg nichts anderes als Zerstörung und Vernichtung mit sich bringe. „Wir Christen in der arabischen Welt haben unsere Kultur und Gesellschaft aufgebaut, eine Zivilisation des Miteinanders und der Mäßigung. Wir wollen immer die Sprache des Dialogs und des Friedens sprechen.“ Die Christen im Mittleren Osten seien niemals ein Instrument des Krieges und des Waffenhandels. Ihre Aufgabe sei es, eine Gesellschaft auf der Basis von Respekt, Liebe und Kooperation mit dem Nächsten aufzubauen.

Nach einigen Tagen in Damaskus verurteilte der griechisch- melkitische Patriarch Gregorios III nach seiner Rückkehr in den Libanon nachdrücklich ein militärisches Eingreifen in Syrien. Ein solcher Schritt könne nur verheerende Folgen haben und führe zu nichts. Der einzige Weg liege darin, auf eine Versöhnung hinzuarbeiten. Für den Patriarchen bedeute ein Eingreifen der USA, Öl auf das Feuer zu gießen. Seit zwei Jahren würden die USA fortfahren, Hass und Gewalt zu nähren. Kurz bevor zwei Bomben die Altstadt von Damaskus trafen, hatte der Prälat Syrien verlassen. Etwa ein Drittel der syrischen Christen – ca. 450.000 – mussten ihre Häuser verlassen und Zuflucht im Ausland oder in anderen Teilen des Landes suchen. Gregorios III sagte, die Christen in Syrien hätten Angst, aber ihr Glaube sei größer, so dass die Kirchen nie leer stünden.

Auch der Patriarch von Jerusalem, Msgr. Fouad Twal, rief die USA, Großbritannien und Frankreich zur Besonnenheit auf. Er richte seine Gebete an den Heiligen Geist in der Hoffnung, dass er die Herzen derjenigen erleuchte, die das Schicksal der Bevölkerung in ihren Händen hielten.

Der Generalsekretär des „World Council of Churches“, Olav Fykse Tveit, appellierte an die Verantwortung der Vereinten Nationen, das syrische Volk vor der gravierenden Verletzung der Menschenrechte zu schützen. Er sagte: „Für die Internationale Gemeinschaft müssen Gerechtigkeit, Versöhnung und der Respekt vor den persönlichen und sozialen Rechten, auch religiösen, der Menschen und der gesamten Bevölkerung an erster Stelle stehen.“

Nach Auffassung des syrisch-katholischen Patriarchen Youssef III Younan liegt der einzige Weg zu Frieden im Mittleren Osten darin, Versöhnung zwischen den Konfliktparteien zu stiften und einen Dialog herzustellen. Er stellte fest, die gesamte Bevölkerung leide, insbesondere die Christen, da sie die Opfer einer Gemeinschaft seien, die meine, Gottes Werk mit Gewalt verteidigen zu müssen. Die Nachrichten über Christen, die ihr Leben verloren hätten, reiße nicht ab, wie eine Gruppe von etwa 20 Christen, die vor etwa zehn Tagen im Westen von Homs einem Blutbad zum Opfer gefallen waren, oder die gezielten Angriffe auf Priester.

Der Präsident der syrischen Caritas, der Jesuit und Bischof von Aleppo die Caldei in Syrien, Msgr. Antoine Audo, sagte zu Radio Vatikan, die Nachricht des Papstes sei sehr positiv aufgenommen und habe der Bevölkerung Kraft gegeben.