Nein zur Götzenanbetung des Geldes

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 411 klicks

Das Geld mache die Gedanken und den Glauben krank und bringe die Menschen vom Weg ab. Dies unterstrich Papst Franziskus während der Messe heute Morgen in Santa Marta. Die Götzenanbetung des Geldes führe zu Eitelkeit und falschem Stolz, die uns zu Fanatikern müßiger Sorgen werden ließen.

Man könne nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen, so Papst Franziskus, ausgehend von den Worten des Paulus in seinem ersten Brief an Timotheus (1 Tim 6,3b-12). Es gebe etwas in der Liebe zum Geld, das uns von Gott entferne. Es gebe viele Krankheiten und Sünden, aber Jesus betone nachhaltig, dass die Habgier nach Geld die Quelle allen Übels sei. Das Geld habe eine große Macht; es entferne die Menschen vom Glauben, es nehme ihnen den Glauben weg, mache ihn schwach, und dann verliere man ihn.

„Aber das Geld macht auch die Gedanken krank, den Glauben und führt uns auf einen anderen Weg. Diese müßigen Worte, sinnlose Diskussionen. Daraus entstehen Eifersüchteleien, Streit, Nachrede, böse Zweifel, Konflikte im Geist korrupter Menschen und ohne Wahrheit, die die Religion als Quelle des Gewinns sehen. ‚Ich bin ein Katholik, ich gehe zur Messe, denn das gibt mir ein gewisses Ansehen… Aber untergründig machen ich meine Geschäfte, ich bin ein Verehrer des Geldes.‘ Dieses Wort finden wir oft in den Zeitungen: ‚Korrupt im Geist!‘ Geld besticht! Es gibt keinen Ausweg.“

Wer den Weg des Geldes wähle, sei am Ende korrupt, so der Pontifex weiter. Das Geld habe die Macht, langsam zu verführen, bis man sich verliere. Aus diesem Grund bestehe Jesus auf diesem Thema.

„‚Du kannst nicht Gott und dem Geld dienen.‘ Es geht nicht: entweder das eine oder das andere. So heißt es im Evangelium. Das sind die Worte Jesu! Was passiert mit dem Geld? Das Geld gibt dir zu Beginn ein gewisses Wohlbefinden. Dann fühlt man sich wichtig, und Eitelkeit stellt sich ein. Diese Eitelkeit, die nichts nützt, aber du fühlst dich wichtig. Und von der Eitelkeit zum Stolz. Es gibt drei Stufen: Reichtum, Eitelkeit, Stolz.“

Niemand könne sich davor retten, so Papst Franziskus. Der Teufel nehme oft diesen Weg der Verführung: Reichtum, um sich selbst zu genügen; Eitelkeit, um sich wichtig zu fühlen, und am Ende der Stolz.

„In den Zehn Geboten lesen wir nichts vom Geld. Gegen welches Gebot man verstößt, wenn man dem Geld zuspricht? Gegen das Erste! Du versündigst dich der Götzenanbetung! Das Geld wird zum Götzen, und du betest es an! Und deswegen sagt Jesus: ‚Du kannst nicht dem Geld und dem lebenden Gott dienen: entweder das Eine oder das Andere.‘“

Paulus sage uns, diese Dinge zu vermeiden und sich an die Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit, den Glauben und das Mitgefühl zu halten. Und auch an die Geduld. Dies sei der Weg Gottes, nicht die Macht, die das Geld verleihe.

Der Papst endete mit den Worten: „Möge der Herr uns allen helfen, nicht in die Falle des Geldes zu geraten.“