Nein zur Verleumdung eines anderen, folgen wir dem Gesetz der Milde

Die Reform Jesu sei eine Reform ohne Unterbrechung, so Papst Franziskus in seiner heutigen Predigt

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 429 klicks

„Gebe der Herr uns die Gnade, darauf zu achten, was wir über andere sagen,“ so der Papst heute Morgen in der Messe in „Santa Marta“. Der Papst sprach die heutige Predigt auf Spanisch, da bei der Messe Angestellte der spanischen Botschaft so wie die Konsuln Argentiniens und bei der FAO anwesend waren. Der Papst gab zu, er habe „zuletzt am 26. Februar die Messe auf Spanisch gehalten, es hat mir gut getan“ und dankte den Anwesenden für das, was sie für seine Heimat täten.

Die Predigt des Papstes basierte heute auf der Lesung nach Matthäus 5,20-26, und er wandte sich an die Teilnehmer der Messe mit den Worten: „Eure Gerechtigkeit sei größer, als die der Pharisäer.“ Die Reform Jesu sei eine Reform ohne Unterbrechung, sie sei kontinuierlich, „vom Samen bis zur Frucht“. Das, was das christliche Leben ausmache, sehe keine Vorteile gegenüber anderen. Dazu gehöre, „das Thema der negativen Beziehungen mit den Mitmenschen.“ Wer andere verfluche, „verdiene die Hölle“, zitierte der Papst die Worte Jesu. Wenn jemand im Herzen etwas gegen seinen Mitmenschen habe, sagte der Papst, “gibt es etwas, das nicht in Ordnung ist, und du musst umkehren, du musst dich verändern.“ Er fügte hinzu: „Ein Wutanfall gegenüber einem Mitmenschen oder seine Beschimpfung bringen diesen um.“ Die lateinamerikanische Tradition übe ihre wunderbare Kreativität auch darin aus, Schimpfnamen zu erfinden, und fügte hinzu: „Solange diese freundschaftlich gemeint sind, ist es in Ordnung; problematisch wird es, wenn es sich um das andere handelt“, wenn es sich „um eine Beschimpfung handelt“, um eine „Verunglimpfung“.

„Man muss deswegen nicht zum Psychologen gehen, um zu wissen, dass wenn man jemanden verunglimpft, dies macht, um sich selbst groß zu fühlen, indem man den anderen erniedrigt.“ Dies sei ein schlechter Mechanismus. Jesu, so der Papst, „habe in aller Einfachheit gesagt: „Sprecht nicht schlecht einer vom anderen; verunglimpft einander nicht, setzt einander nicht herab.“ Er sagte weiter: „Letztlich gehen wir alle auf demselben Weg“, „alle gehen wir auf dem gleichen Weg, der uns ans Ende führt“. „Wenn diese Straße keine brüderliche Straße ist, wird es für uns alle schlecht enden“, fügte Papst Franziskus hinzu. „Wer seine Sprache nicht zu beherrschen weiß, gehe verloren.“ Wir seien nicht bösartig, so der Pontifex, „aber schwach und Sünder“. Aus diesem Grund falle es uns leichter, eine Situation mit einer Beschimpfung zu regeln als mit anderen Mitteln.

„Ich möchte den Herrn bitten“, sagte Papst Franziskus, „dass er uns allen die Gnade gebe, mehr auf unsere Sprache zu achten und darauf, was wir zu anderen sagen.“ Und weiter: „Wir müssen den Herrn um diese Gnade bitten, um unser Leben diesem neuen Gesetz anzupassen, dem Gesetz der Milde, dem Gesetz der Liebe, dem Gesetz des Friedens, und wenigstens zu versuchen, unsere Sprache ein wenig zu stutzen, die Kommentare, die wir gegenüber anderen äußern zu stutzen und die ‚Explosionen‘, die uns dazu bringen, andere zu beschimpfen und zu ärgern. Dass der Herr uns allen diese Gnade zu Teil werden lasse.“