Nepalesische Behörden erkennen drittes Geschlecht an

Stellvertretender Apostolischer Vikar: es gibt wichtigere und dringlichere Probleme

Rom, (ZENIT.org) | 639 klicks

Die nepalesischen Behörden erkennen nach einem Bericht des Fidesdienstes die Existenz eines „dritten Geschlechts“an: die Bürger des Landes werden sich künftig bei den Meldebehörden auf diese Weise registrieren lassen können. Ein entsprechendes Dekret wurde erlassen, nachdem das Oberste Gericht in Nepal die Regierung angewiesen hatte, Gesetze zu verabschieden, die die Rechte der homosexuellen und bisexuellen Bürger sowie der so genannten Transgender garantieren.

Nach Angaben einheimischer Organisationen soll es im Land rund 350.000 Menschen geben, die sich nicht auf ein Geschlecht (Mann oder Frau) festlegen möchten.

P. Pius Perumana, stellvertretender Apostolischer Vikar in Nepal, erklärt dazu im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Ich glaube nicht, dass dieses Problem in Nepal von großer Relevanz ist. Unter sozialen und kulturellen Aspekten ist die nepalesische Gesellschaft traditionalistisch. Seit der Antike gibt es auf dem indischen Subkontinent Menschen, an denen Genitalverstümmelungen vorgenommen wurden oder die man als transsexuell bezeichnet, die zu Festen eingeladen wurden, um dort aufzutreten. Dieses Praxis ist im Norden Indiens verbreitet und ist wahrscheinlich von dort aus nach Nepal gelangt.“

Der stellvertretende Vikar erinnert auch daran, dass das Phänomen in jüngster Vergangenheit von ausländischen Organisationen „instrumentalisiert“ wurde, „die durch Geld und Einfluss Gerichtsurteile erwirken konnten und die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zogen.“. P. Pius versichert, dass religiöse Gruppen und Gemeinschaften, darunter auch die katholische Kirche dieser „Kampagne“ keine große Bedeutung beimessen, da „es andere und dringendere Probleme gibt, die das alltägliche Leben der Menschen in Nepal anbelangen: Armut, Korruption, Ungleichheit, politische Instabilität, Mängel im Bildungs- und Gesundheitwesen und Menschenrechtsverstöße“.