„Neu bei Christus anfangen“: Benedikt XVI. ermutigt Ordensleute und geweihte Personen

Empfang im Vatikan

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ROM, 19. Februar 2008 (ZENIT.org).- Am Montagvormittag empfing Benedikt XVI. im Vatikan die Mitglieder des Rates für die Beziehungen zwischen der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens und der Internationalen Union der Generaloberinnen und Generaloberen. Der Papst ermutigte seine Gäste, „auf dem Weg wahrer Heiligkeit“ zu wandeln und das Evangelium auch in einem schwierigeren Umfeld mutig zu verkünden.



Die Begegnung fand im Apostolischen Palast in der Sala del Concistoro statt. An ihr nahmen die Mitglieder des Exekutivrates der Internationalen Union der Generaloberinnen (USG) und des Exekutivrates der Union der Generaloberen (UISG) teil. Anwesend waren auch die Kardinäle Tarcisio Bertone und Franc Rodé (Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens) sowie Bischof Gianfranco Gardin, Sekretär desselben Dikasteriums.

Während des Treffens wurden verschiedene Aspekte des geweihten Lebens behandelt. Sowohl die positiven Elemente als auch die Schwierigkeiten, die Erwartungen und die Herausforderungen wurden dargelegt, mit denen die Kongregationen heute zu tun haben. Der breite und brüderliche Dialog sei fruchtbar gewesen und habe es dem Heiligen Vater erlaubt, verschiedene Aspekte des geweihten Lebens zu vertiefen, heißt es in einer Presseerklärung des Heiligen Stuhls.

Am Ende der Begegnung richtete Papst Benedikt XVI. eine Ansprache an die Versammlung. Er dankte allen Anwesenden für die Arbeiten des Vormittags und die dargelegten Zeugnisse. Alle, so der Papst, nähmen wahr, dass es in der modernen globalisierten Gesellschaft immer schwieriger werde, das Evangelium zu verkünden und für Christus Zeugnis abzulegen. Der fortschreitende Prozess der Säkularisierung gehe auch an den Ordensgemeinschaften nicht vorbei.

Gleichzeitig dürfe man sich nicht entmutigen lassen, unterstrich Benedikt XVI. Heute seien Zeichen eines Wiedererwachens des Ordenslebens zu vermerken, die Anlass zur Hoffnung gäben. Auch heute fehle es nicht an Menschen, die dazu bereit seien, alles aufzugeben, um Christus nachzufolgen.

Was die neuen Erfahrungen des geweihten Lebens auszeichne, sei der gemeinsame Wunsch nach einer radikal praktizierten evangeliumsgemäßen Armut, nach treuer Liebe zur Kirche und nach großherziger Hingabe an den Nächsten, unter besonderer Berücksichtigung der „geistlichen Armut“, die die heutige Zeit im Besonderen auszeichne.

Für Benedikt XVI. ist es bemerkenswert, dass gerade jene Institute reich an Berufungen sind, die einen strengen Lebensstil bewahrt oder gewählt haben, der einem Evangelium treu ist, das „sine glossa“, das heißt ohne Verwässerung gelebt werde. Auch heute schicke der Herr Arbeiter in seinen Weinberg und beschenke sein Volk mit zahlreichen Berufungen. Dem Enthusiasmus anfänglicher Entscheidungen müsse der beständige Einsatz folgen, auf dem wahren Weg der asketischen und geistlichen Vervollkommnung voranzuschreiten, „auf dem Weg wahrer Heiligkeit“.

Im Hinblick auf die älteren Orden stellte der Papst fest, dass man sich mit der schweren Krise der letzten Jahrzehnte befassen müsse, von der beinahe alle betroffen seien. Konkret sprach er den Mangel an Berufungen an, die Überalterung der Mitglieder und die „geistliche und charismatische Müdigkeit“. Diese Krise sei in gewissen Fällen sogar Besorgnis erregend. Gleichzeitig aber gebe es Zeichen eines positiven Neuaufschwungs – insbesondere dort, „wo die Gemeinschaften den Entschluss gefasst haben, zu ihren Ursprüngen zurückzukehren, um auf angemessene Weise den Geist ihres Gründers zu leben“.

Benedikt XVI. erinnerte abschließend an die Einladung von Papst Johannes Paul II. an die ganze kirchliche Gemeinschaft: „neu anfangen bei Christus“ (Apostolisches Schreiben Novo millenio ineunte, 29). Dieser Aufruf gelte insbesondere auch für die Institute des geweihten Lebens, deren apostolische Lebendigkeit auf das Engste mit dem Neuanfang zusammenhänge. Dieser Neuanfang beginne bei der Begegnung mit Christus.