Neue Ausstellung illustriert die Bedeutung der Heiligen Schrift in der frühchristlichen Kunst

Bis zum 7. Januar 2006 in den Vatikanischen Museen

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ROM, 9. November 2005 (ZENIT.org.- Eine Ausstellung, die im \"Museo Pio Cristiano\" gezeigt wird, beleuchtet die Bedeutung der Heiligen Schrift für die Entstehung christlicher Kunst.



Bereits im dritten Jahrhundert wurden die Inhalte der Heiligen Schrift der Nachwelt durch Plastiken und Bilder übermittelt, denn die Künstler erzählten biblische Episoden in Stein gemeißelt nach.

Um den enormen künstlerischen und kulturellen Schatz nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zudem das theologische Gedankengut aufzuzeigen, dass in der paläo-christliche Kunst Eingang gefunden hat, widmet sich die Ausstellung, die in Rom bis zum 7. Januar 2006 zu sehen sein wird, ganz dem Thema: \"Wort in der Skulptur: Die Bibel als Ursprung der christlichen Kunst\".

Die Ausstellung, die des 40. Jahrestages von \"Dei Verbum\" gedenkt, der dogmatischen Konstitution über die Offenbarung des Zweiten Vatikanischen Konzils, wurde gemeinsam von den Vatikanischen Museen, der weltweiten Bibelallianz und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen organisiert.

Die Exponate reichen von Texten der Heiligen Schrift, besonders aus dem Markusevangelium und dem Buch Jonah, bis zu Skulpturen der Abteilung für Paläo-Christliche Sarkophage aus der Sammlung der Vatikanischen Museen.

Umberto Utro, Leiter der Abteilung für Christliche Kunst in den Vatikanischen Museen, erklärte gegenüber ZENIT, dass die Ausstellung dazu beitragen möchte, \"ein enormes historisches Erbe wieder zu erlangen\" und nicht nur für diejenigen gedacht sei, die in Rom leben, sondern für alle Menschen. \"Es ist schon paradox, dass besonders wir Christen dieses Erbe ignorieren\", sagte Utro weiter. \"Ich bin verantwortlich für Alte Christliche Kunst, Paläo-Christliche Sarkophage und Paläo-Christliche Ikonographie, und ich kann nur sagen, dass es recht schwierig ist, dazu beizutragen, dass diese Bilder und Denkmäler wahrgenommen werden.\"

Dies sei umso mehr ein Paradox, \"als wir einen Reichtum besitzen, einen Schatz, der uns alles über das Erbe der frühen christlichen Gemeinde sagt und das vor allem ein biblisch-theologisches Erbe ist: das Nachdenken der Kirche über die Offenbarung Christi.\" Deshalb sei es wichtig, so Utro, \"zusammen mit den Abbildungen der Wunder Christi oder der alttestamentlichen Themen jene Stellen der Schrift zu entdecken, die sie inspiriert haben\".

Die Bilder stammen aus dem \"Museo Pio Cristiano\" – \"der bedeutendsten Sammlung auf der Welt\", versicherte er. \"Es gibt keine andere Sammlung, die, was alte christliche Dokumente dieser Periode betrifft, das heißt, die Zeit zwischen dem dritten und dem fünften Jahrhundert nach Christus, so vollständig ist.\"

Die Idee, des Jahrestages von \"Dei Verbum\" zu gedenken, sei eine ökumenische Initiative, die gemeinsam mit der Welt-Bibelallianz und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen ins Leben gerufen wurde, bemerkte der Kunstexperte. Dieses Konzilsdokument habe es Christen ermöglicht, zusammenzuarbeiten, um ihr Wissen über die Heilige Schrift zu vertiefen.

Um die Verbreitung der Heiligen Schrift zu fördern, wird allen Besuchern ein kostenloses Büchlein überreicht, das die Einheitsübersetzung des Markusevangeliums sowie des Buches Jonah neben Illustrationen der Sarkophage und Steinsärge enthält.