Neue Flüchtlingswelle nach Attentaten in christlichen Vierteln in Syrien befürchtet

Trotz Heimatliebe Auswanderung in die USA oder nach Europa

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KÖNIGSTEIN, 24. Oktober 2012 (ZENIT.org/KIN). - Der für die maronitischen Christen in Europa zuständige Bischof, Msgr. Maroun Nasser Gemayel, fürchtet, dass die beiden Attentate in den christlichen Vierteln von Beirut und Damaskus, „eine neue Flüchtlingswelle auslösen“ könnten. Die Christen im Nahen Osten sehnten sich nach Freiheit und Sicherheit. Sie könnten nun versucht sein, trotz ihrer „großen Heimatliebe“ aufzugeben und nach Europa oder in die USA auszuwandern. Gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ sagte der erst vor kurzem von Papst Benedikt XVI. ernannte Bischof jetzt am Rande einer libanesischen Kulturveranstaltung in Paris, die Lage in Damaskus sei schon dramatisch, „jetzt werden viele auch in Beirut glauben, dass sie selbst in den christlichen Vierteln nicht mehr in Sicherheit leben können“. Bei den Attentaten am vergangenen Freitag in Beirut und am Sonntag in Damaskus waren acht beziehungsweise zehn Menschen getötet worden, mehr als hundert wurden verletzt.

Die Christen seien ihrem Glauben, ihren Traditionen und ihrem Land treu. Das gelte auch für die Maroniten in Europa. Aber ihre Gemeinden in Europa seien zerstreut und seine Aufgabe sei es, den Geist der Kirche von Antiochien, eine der ältesten der Christenheit, wach zu halten und die Einheit unter den libanesischen Christen in Europa zu pflegen, so Bischof Maroun Nasser Gemayel. Geplant sei, unter anderem, eigene Schulen für die Maroniten zu gründen. In Europa lebten rund 150.000 Libanesen, 80.000 seien Maroniten. Bischof Maroun Nasser Gemayel wurde nach dem Besuch des Papstes im Libanon vom Heiligen Vater zum Apostolischen Visitator aller Maroniten in Europa ernannt. Er hat seinen Sitz in Paris.

„Kirche in Not“ unterstützt verschiedene Projekte im Libanon. Vor allem seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges unterstützt das Hilfswerk Flüchtlinge aus Syrien und Irak, die im Libanon völlig mittellos erste Zuflucht gefunden haben und oft nur mit dem nackten Leben entkommen konnten.