„Neue Haltung“ im muslimisch-christlichen Dialog

Antwort des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien auf muslimisches Offenes Schreiben

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ROM, 30. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Der Offene Brief vom 13. Oktober, den 138 islamische Gelehrten den christlichen Hirten zukommen ließen, offenbare eine neue Haltung in Sachen muslimisch-christliche Beziehungen, heißt es aus dem Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom.



In der Erklärung, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, schreiben die katholischen Wissenschaftler, das islamische Dokument unter dem Titel „Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch“ sei als ein „in höchstem Maße bedeutendes Ereignis“ zu werten. Sie zeigen sich von der Vielzahl und Mannigfaltigkeit der Unterzeichnenden beeindruckt, die die Muslimen eines jeden Kontinents repräsentierten.

Der Text des päpstlichen Instituts wurde vom Rektor, Pater Miguel Ángel Ayuso Guixot, vom Dekan, Pater Etienne Renaud, und von drei weiteren Professoren unterzeichnet.

Das muslimische Schreiben sei kein „bequemer einseitiger Protest“. Vielmehr betrachteten sich die Autoren „als Partner in mitten der Menschheit“.

Einen Kernpunkt des Offenen Briefs stellen nach PISA die Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Christen dar. Dabei sei besonders das Gebot der Nächstenliebe in den Vordergrund gerückt worden. Das allein könne den Erfolg einer authentischen Beziehung zwischen kulturell und religiös unterschiedlichen Gemeinschaften garantieren. „Der Glaube geht stets mit guten Werken einher, wie auch der Koran immerzu wiederholt, [...] ebenso ist auch die Gottesliebe untrennbar von der Nächstenliebe“, stellen die Akademiker aus Rom heraus.

Der muslimische Text führt verschiedene Abschnitte der Evangelien an, worin die Islamwissenschaftler ebenfalls ein klares „Zeichen einer neuen Einstellung“ erkennen: „Das ist Beweis einer tiefen Achtung und aufrichtigen Aufmerksamkeit gegenüber dem Anderen sowie auch Kennzeichen einer wahrhaft wissenschaftlichen Haltung.“