Neue Katholische Geistliche Bewegungen in Rom

Fest des Heiligen Geistes

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 450 klicks

Als ein außerordentliches Ereignis der Begegnung der neuen geistlichen Bewegungen in der Kirche hat Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, in einer Pressekonferenz das Treffen der neuen geistlichen Bewegungen am vergangenen Wochenende in Rom bezeichnet.

„Der ‚Tag der Bewegungen, Gemeinschaften, Gründungen und Laienverbände‘ soll im Jahr des Glaubens stattfinden“, erklärte er.

„50 Jahre nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ist diese Begegnung eines der großen Früchte des Konzils“, und dürfe als Teil des Jahrs des Glaubens nicht fehlen.

Das Pfingstwochenende biete den idealen Anlass, „Zeichen des auferstandenen Geistes Christi in der Kirche zu geben, der die Kirche bei ihrer Mission der Evangelisierung leitet“, so Fisichella. Eines der Ziele des Jahrs des Glaubens sei es, „eine Bewegung zur Begegnung zu schaffen, mit Gebet, Teilen und Zuhören.“ Fisichella erläuterte: „Die Namen, Methoden und Instrumente der verschiedenen Gruppen sind unterschiedlich, sie drücken alle den Reichtum des Geistes aus, der die verschiedenen Charismen inspiriert, das objektive Ziel ist aber bei allen identisch: die Freude des Evangeliums allen Menschen verkünden.“

120.000 Teilnehmer aus ungefähr 150 verschiedenen Gruppen aus Italien, Argentinien, Weißrussland, Brasilien, Kongo, Frankreich, Deutschland, Irland, Spanien, Puerto Rico, der Slowakei und den USA haben an dem internationalen Treffen teilgenommen. Das Thema des Treffens vom 18. bis 19. Mai in Rom lautete: „Ich glaube! Mehre unseren Glauben!“

Zu einem feierlichen Pontifikalamt versammelten sich viele Teilnehmer bereits am Freitag in der Kapelle des Studienzentrums für Höhere Studien der „Regina Apostolorum". Der Zelebrant war Velasio Kardinal De Paolis CS.

Die allgemeinen Feierlichkeiten begannen dann am Samstag um 7.00 Uhr am Petersgrab. Um 15.00 Uhr wurden die Teilnehmer auf dem Petersplatz willkommen geheißen und mit Musik und Zeugnissen zur Meditation eingeladen. Zu diesem Anlass wurde auch ein Chor aus 150 Sängern zusammengestellt.

Um 18.00 Uhr schloss sich Papst Franziskus der Feiern an. Nach den Begrüßungsworten von Erzbischof Rino Fisichella wurde die Ikone der „Salus Populi Romani“ in einer Prozession über den Petersplatz getragen. Papst Franziskus betete zunächst mit den Versammelten zur Muttergottes. Danach beantwortete er vier Fragen von Jugendlichen aus verschiedenen Gruppierungen. Es folgten zwei Zeugnisse, eines des Iren John Waters, Autor und Editor, und eines von Paul Batthi, dem Bruder des 2011 ermordeten pakistanischen Ministers für Minderheiten Shahbaz Bhatti.

Am Samstag fand anlässlich dieses großen Treffens im „Päpstlichen Athenäum Regina Apostolorum“ eine Begegnung mit Studien, Zeugnissen und Vorträgen unter dem Motto: „Der Frühling in der Kirche: Werk des Heiligen Geistes“ statt, an der Mitglieder vieler der neuen Bewegungen teilnahmen. Besonders wurde thematisiert, wie sich die Arbeit der Gruppen in die Pfarreilandschaft einfügen kann, und welche Rolle die Bewegung „Regnum Christi“ im Spektrum der neuen Bewegungen spielt.

Am Sonntag nahmen die Gruppen dann an der Pfingstmesse auf dem Peterplatz teil. In der Predigt [ZENIT berichtete] bezeichnete der Papst die Gruppierungen als Früchte des Herabkommens des Heiligen Geistes und würdigte deren positiven Beitrag für die Kirche.

In seiner Predigt ging der Papst auf die zentralen Charakteristiken des Wirkens des Heiligen Geistes ein und endete jeden Gedanken mit dem Aufruf zu einer kleinen persönlichen Gewissenserforschung.

Zunächst sei da das „Neue“. Wenn etwas Neues in unser Leben komme, dann hätte man Angst, weil die Sicherheiten zerstört würden.

„Fragen wir uns heute: Sind wir offen für die ‚Überraschungen Gottes‘? Oder verschließen wir uns ängstlich vor der Neuheit des Heiligen Geistes? Sind wir mutig, die neuen Wege zu beschreiten, die die Neuheit Gottes uns anbietet, oder verteidigen wir uns, eingeschlossen in vergängliche Strukturen, die ihre Aufnahmefähigkeit verloren haben? Es wird uns gut tun, diese Fragen im Tagesverlauf immer vor Augen zu haben.“

Das zweite sei die Harmonie, die nicht Einförmigkeit bedeute, sondern Harmonie der Einheit durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist überwinde Parteilichkeiten und Ausschließlichkeiten und Spaltungen, er führe zu einer wirklichen Einheit, in einem Reichtum der Vielfältigkeit. „Fragen wir uns also: Bin ich offen für die Harmonie des Heiligen Geistes, indem ich jegliche Ausschließlichkeit überwinde? Lasse ich mich von ihm leiten, indem ich in und mit der Kirche lebe?“

Der dritte Aspekt sei die Mission. Der Heilige Geist sei die Seele der Mission, der die Gläubigen dazu dränge, die Frohe Botschaft allen Völkern und Menschen zu bringen.

„Fragen wir uns, ob wir dazu neigen, uns in uns selbst, in unserer Gruppe zu verschließen, oder ob wir zulassen, dass der Heilige Geist uns für die Mission öffnet. Merken wir uns diese drei Wörter: Neuheit, Harmonie, Mission.“

Das große Zusammentreffen in Rom fand mit dem Regina-Coeli-Gebet auf dem Petersplatz seinen Abschluss. In seinen Worten vor dem österlichen Mariengebet richtete sich der Papst nochmals direkt an die versammelten Teilnehmer:

„Ich möchte allen kirchlichen Bewegungen, Vereinigungen, Gemeinschaften und Gruppen meinen Dank aussprechen. Ihr seid ein Geschenk und ein Reichtum für die Kirche! Das seid ihr! Ich danke im Besonderen euch allen, die ihr aus Rom und vielen Teilen der Welt hierhergekommen seid. Hört nicht auf, die Kraft des Evangeliums weiterzugeben! Habt keine Angst! Bewahrt stets die Freude und Leidenschaft für die Gemeinschaft der Kirche in euch! Möge der auferstandene Herr stets bei euch sein und die Gottesmutter euch beschützen!“