Neue Kölner Edith-Stein-Stiftung will Gesamtwerk der Karmelitin zugänglich machen

Bestand von rund 25.000 Blatt

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KÖLN, 17. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Die neue Edith-Stein-Stiftung, die am Freitag unter der Treuhandschaft des Erzbistums Köln im Kölner Karmelkloster Maria vom Frieden errichtet wurde, will zur dauerhaften Sicherung und Erforschung des Nachlasses der heiligen Ordensfrau und Philosophin beitragen.



Wie die Pressestelle des Erzbistums berichtete, umfassen die Handschriften Edith Steins einen Bestand von rund 25.000 Blatt. Sie sollen vor dem Verfall bewahrt und durch Mikroverfilmung gesichert werden. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen fördert die Restaurierung mit 400.000 Euro. Das Edith-Stein-Archiv ist im Kölner Karmel Maria vom Frieden beheimatet (Ansprechpartner ist Sr. Dr. M. Antonia de Spiritu Sancto OCD, Vor den Siebenburgen 6, 50676 Köln, Tel. 02 21/31 16 37, Fax 3 10 02 95, www.edith-stein-archiv.de, edith-stein-archiv@karmelitinnen-koeln.de).

Das Werk der Karmelitin, das philosophische, anthropologische, pädagogische und geistlich-theologische Fragen behandelt, ist in großen Teilen noch nicht erforscht. Eine auf 26 Bände ausgelegte Gesamtausgabe ihrer Schriften ist in Arbeit, ebenso Übersetzungen in verschiedene Sprachen. Das Edith-Stein-Archiv soll in Kürze um öffentlich zugängliche Räumlichkeiten erweitert werden, um ihr Werk der Wissenschaft und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Edith Stein wurde 1891 als Tochter einer jüdischen Familie in Breslau geboren. Sie war Assistentin des Freiburger Philosophen Edmund Husserl und promovierte an der Universität Freiburg im Fach Philosophie. Nach dem Ersten Weltkrieg konvertierte sie zum katholischen Glauben und trat 1933, im Jahr der Machtergreifung Hitlers, unter dem Ordensnamen Schwester Teresia Benedicta a Cruce in das Karmelitinnenkloster Köln-Lindenthal ein. 1938 floh sie in den niederländischen Karmel in Echt, von wo sie vier Jahre später von den Nazis nach Auschwitz deportiert und am 9. August 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa ermordet wurde. Die „katholische Jüdin“ wurde 1998 von Papst Johannes Paul II. als Märtyrerin heilig gesprochen.