Neue Schriftstücke aus Qumran entdeckt

Auffindung von neun kleinen Gebetsrollen bekannt gegeben

Rom, (ZENIT.org) | 479 klicks

Im Verlauf des internationalen Forschungsseminars „The History of the Caves of Qumran“, das vom Institut für Kultur und Archäologie der Bibelländer der Theologischen Fakultät Lugano organisiert wurde, wurde die Entdeckung von neuen Schriftstücken in Qumran bekannt gegeben.

Das von Professor Marcello Fidanzio geleitete Seminar führte 65 der bedeutendsten Qumran-Experten zusammen, darunter Emanuel Tov (Hebrew University of Jerusalem), Jodi Magness (University of North Carolina), E. Puech (École Biblique et Archéologique Française, Jerusalem), Sidnie White Crawford (University of Nebraska, Lincoln), J. Taylor (King’s College, London), Jurgen Zangenberg (Universität Leiden) und M. Popovic (Universität Gröningen).

Kürzlich entdeckte der Archäologe Yonatan Adler von der Ariel University unter den noch unbearbeiteten Ausgrabungsstücken der 50-er Jahre einige Gebetsriemenkapseln, wie sie zum Aufbewahren von kleinen Schriftrollen mit biblischen Texten verwendet wurden. Sie waren noch unversehrt. Das Vorhandsein der Schriftrollen in ihrem Inneren wurde durch besondere Aufnahmen (multispectral imaging) festgestellt, die von der israelischen Altertümerverwaltung durchgeführt wurden).

Die Kapseln stammen aus den Höhlen 4 und 5 bei Qumran, in denen 1952 Ausgrabungen unter der Leitung des Archäologen Roland de Vaux stattfanden. Es handelt sich um drei kleine Kapseln, in denen sich insgesamt neun Gebetsrollen befanden.

„Es ist nicht gerade alltäglich, dass man neue Schriftrollen entdeckt. Es war wirklich eine aufregende Überraschung“, kommentierte Yonatan Adler. Ähnlich begeistert äußerte sich die Leiterin des Restaurierungslabors der israelischen Altertümerverwaltung, Pnina Shor: „Ich bin sehr stolz darauf, dass unser Labor in der Lage ist, mit den modernsten Techniken eine 2000 Jahre alte Geschichte zu rekonstruieren.“