"Neue Zeichen der Zeit": Kardinal Ruini über den Glauben in der Welt von heute

Neues Buch des Generalvikars der Diözese Rom

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ROM, 14. April 2005 (ZENIT.org).- In seinem soeben bei "Mandadori" erschienenen Buch "Nuovi segni dei Tempi. La sorte della fede nell’età dei mutamenti" ("Neue Zeichen der Zeit: Der Glaube im Zeitalter der Veränderung") analysiert der italienische Kardinal Camillo Ruini auf 83 Seiten die heutige Kultur und Gesellschaft hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Glauben des Christen. Zu den "Zeichen die Zeit", auf die er konkret eingeht, gehören unter anderem die terroristische Bedrohung oder die "Kultur des Todes".



Der Text des Generalvikars von Rom, der seit Ende März in den italienischen Buchläden aufliegt, beschäftigt sich zu Beginn mit der von Johannes Paul II. so oft geforderten "Neuevangelisierung", denn von der Erneuerung des christlichen Glaubens gehe ein entscheidender Impuls aus für die zukünftige Entwicklung der Welt, schreibt Kardinal Ruini.

Diese Erneuerung sehe sich in der heutigen Welt mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert, die zum einen aus den Überresten althergebrachten Ideologien herrühren, zum anderen aus der um sich greifenden Verweltlichung in der heutigen Gesellschaft. In Europa und der ganzen westlichen Welt ist nach Ansicht des Autors "eine Umgestaltung und Umdefinierung der Lebensmodelle, der gängigen Verhaltensmuster und der Werteskala" im Gange. Auch politische Entscheidungen, die die Gesetzgebung und die öffentliche Verwaltung betreffen, gingen immer mehr von Vorstellungen aus, "die der christlichen Sicht widersprechen".

Der Kardinal warnt deshalb vor einem "rein naturalistischen Verständnis des Menschen, in der es keinen Platz für seine Transzendenz und noch weniger für ein Leben nach dem Tod gibt". Mit einem solchen Fundament "ist es äußerst schwierig, die zentrale Rolle und die spezifische Würde des menschlichen Individuums, das immer als Ziel betrachtet werden muss und niemals als Mittel, rational zu begründen", gibt der Kardinal in seinem neuen Buch zu bedenken.

Der christliche "Weg zum Frieden" und zur "Errichtung eines neuen Humanismus" sei Christus selbst, diese "lebendige Botschaft einer grenzenlosen Liebe ", die sogar vor dem Feind nicht Halt macht.