Neuer Erzbischof in Salzburg

Erzbischof Franz Lackner hält erste Pressekonferenz

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 342 klicks

Am 19. November 2013 stellte sich der neue Erzbischof von Salzburg, Franz Lackner, erstmals in einer Pressekonferenz den Medien vor, wie kathpress berichtet. „Ich komme mit offenem Herzen nach Salzburg“, betonte der neue Erzbischof.

Erzbischof Franz Lackner führte aus, seinen Weg am heiligen Augustinus auszurichten: „Mit euch bin ich Christ, und für euch bin ich Bischof“, sowie an einer Grundaussage aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“. Sein bischöfliches Motto stammt von Johannes dem Täufer: „Er (Jesus) muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30). Erzbischof Lackner erklärte dazu: „Ich möchte meinen Dienst als einen Fingerzeig verstehen, der auf den hinweist, der: 'nach mir kommt', aber auch schon 'mitten unter uns ist'!“

Entscheidend für die Wahl, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen, seien seine Erfahrungen als UNO-Soldat in Zypern gewesen, die ihn sich an die Bibel hätten annähern lassen, wie Erzbischof Franz Lackner in seiner Stellungnahme ausführte: „Da war mir, als ob Gott vorüberginge. Ich war zutiefst berührt und innerlich erschüttert. Ich konnte nicht mehr weiterlesen. Eine Sehnsucht ist aufgebrochen. Dieses Ereignis prägt und bestimmt meine Gottesbeziehung und mein Glaubensleben bis auf den heutigen Tag."

Der Salzburger Erzbischof stammt aus ärmlichen Verhältnissen. „In dieser Situation habe ich den Glauben der Eltern und der Pfarre als sehr lebensdienlich erfahren. Der Glaube war Anker in Situationen der Not. Der Sonntag galt dem Gottesdienst und dem Ausruhen von den Mühen der Arbeit. Das Kirchenjahr mit seinen religiösen Feiern hat mich sehr angesprochen, und ich spürte, wie viel Kraft und Hoffnung meine Eltern daraus schöpften. Diese Grundlegung des Glaubens hat mich durch das Leben getragen, selbst noch in Zeiten, als ich dem Glauben fern gestanden bin“, wie Erzbischof Lackner in seiner heutigen Stellungnahme berichtete.

Nach der Hauptschule habe er den Beruf des Elektrikers erlernt. Danach habe er keine feste Anstellung erhalten. Die Einberufung als UNO-Soldat sei ihm deshalb sehr gelegen gewesen. Erzbischof Lackner berichtete weiter: „Als Jugendlicher habe ich den guten Glauben der Eltern und des Pfarrlebens ‚verloren‘. Es war keine Entscheidung gegen Gott. Gegen Gott nichts zu haben, ist für den Glauben allerdings zu wenig. Gottes Beziehung braucht Pflege und Aufmerksamkeit. Durch all diese Zeiten hindurch bin ich jedoch in meinem Herzen Suchender und Ringender nach dem Sinn des Lebens geblieben. … Die größten Feinde des Glaubens sind nicht Sünde, Fehler und Schwächen, sondern Oberflächlichkeiten, die alles gleichgültig erscheinen lassen. Darin ist Gott nicht zu finden. Ich suchte Veränderung. Eine gute Möglichkeit schien mir der UNO-Einsatz auf Zypern. Auf Wachposten in der Pufferzone und bei einsamen Wachgängen hatte ich Zeit - Zeit zum Nachdenken über die großen Fragen des Lebens: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? ‚Zufällig‘ fand ich eine Bibel. Das Lesen in der Heiligen Schrift wirkte sich beruhigend auf mich aus und wurde mir zur lieb gewordenen Gewohnheit. An einer Stelle, bei Matthäus 11,28, las ich: ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.‘ Da war mir, als ob Gott vorüberginge. Ich war zutiefst berührt und innerlich erschüttert. Ich konnte nicht mehr weiterlesen. Eine Sehnsucht ist aufgebrochen. Dieses Ereignis prägt und bestimmt meine Gottesbeziehung und mein Glaubensleben bis auf den heutigen Tag.“

In der Folgezeit näherte sich Erzbischof Lackner dem Glauben an. „Fast aus dem Nichts heraus durchkreuzte mich der Gedanke, Priester zu werden. Dies erschien unmöglich. Doch der Ruf war stärker! Zaghaft das erste Ja. Dies geschah vor 35 Jahren; und heute darf ich als neu ernannter Erzbischof von Salzburg vor Ihnen stehen. Ringen und Suchen bleiben nicht abgeschlossen, sondern wiederholen sich immer wieder neu in ursprünglicher Weise.“

Erzbischof Lackner bekräftigte: „Glaube stiftet Gemeinschaft. Glaube schließt nicht aus, sondern ist allianzfähig mit allen Bereichen des menschlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Nur gemeinsam können wir die Menschenfreundlichkeit Gottes in dieser Welt glaubhaft bezeugen.“

Salzburg zählt neben Köln zu den ältesten Erzdiözesen im deutschsprachigen Raum. Sie wurde im 8. Jahrhundert gegründet und ist die älteste Diözese Österreichs. Heute leben in der Erzdiözese Salzburg rund 484.000 Katholiken. Zur Erzdiözese zählen 210 Pfarreien, acht Seelsorgestellen und vier Wallfahrtskirchen.